Frankenstein
oder der moderne Prometheus

frankenstein© Barberi Giovanni - Fotolia.com





Die Geschichte Frankensteins entsteht in der Schweiz. Die Autorin und ihre Freunde entschlossen sich hier, am Ufer des Genfer Sees, die Sommermonate Mai und Juni zu verbringen. Da aber das Wetter nicht mitspielen wollte, erfindet die Gesellschaft abends am Kaminfeuer, um keine Langeweile aufkommen zu lassen, Gruselgeschichten.
"Den Sommer 1816 verbrachte ich in der Nähe von Genf. Die Jahreszeit war kalt und regnerisch, und an den Abenden drängten wir uns um ein Holzfeuer und vergnügten uns bisweilen an einigen deutschen Gespenstergeschichten, die uns in die Hände geraten waren. [..] Zwei Freunde und ich kamen überein, jeder eine auf einer übernatürlichen Begebenheit fußende Geschichte zu schreiben Doch dann wurde das Wetter plötzlich besser, und meine beiden Freunde brachen zu einer Alpentour auf und ließen mich allein zurück. In der großartigen Szenerie der Berge vergaßen sie alle ihre Gespensterphantasien. So ist die folgende Erzählung als Einzige jener Abmachung vollendet worden."
Der junge Forscher Viktor Frankenstein, der seinen wissenschaftlichen Weg als Student in Ingolstadt eingeschlagen hatte, war von der Idee besessen, das Elixier des Lebens zu finden. Daraus entstand die Idee, einen Toten zum Leben zu erwecken.
"Leben und Tod erschienen mir wie geistige Fesseln, die ich als Forscher durchbrechen sollte, um damit einen Strom von Licht in unsere dunkle Welt zu gießen. Eine neue Rasse würde mich als ihren Schöpfer segnen; viele glückliche und ausgezeichnete Wesen würden ihre Existenz mir verdanken. Kein Vater konnte den Dank seines Kindes mit so viel Berechtigung fordern wie ich den ihren. Und indem ich diesen Gedankengängen folgte, kam ich dahin zu glauben, dass ich, wenn ich schon leblose Materie beseelen, so im Lauf der Zeit vielleicht auch Leben erneuern könnte, wo der Tod den Körper schon dem Zerfall geweiht hatte."
So machte sich Frankenstein eifrig ans Werk bis er schließlich nach zwei Jahren anstrengender Arbeit "in einer düsteren Novembernacht" sein Ziel erreichte. Das Wesen, das er aus Leichenteilen zusammengesetzt hatte, öffnete die Augen und atmete auf. Als das Geschöpf, das ihm plötzlich wie ein Monstrum vorkam, seine Hand Richtung seines Schöpfers ausstreckte, schreckte dieser auf und ergriff die Flucht. Als er dann den Raum des Geschehens zu späterem Zeitpunkt wieder betrat, war der "Neugeborene" verschwunden.
Für eine lange Zeit verlor der Forscher sein "Werk" aus den Augen. Bis eines Tages ihn die Nachricht erreichte, dass sein Bruder ermordet wurde. Noch ahnte er nicht, wer hinter der Tat stand, bis er in Genf angekommen auf eine Gestalt stieß, der ihm sehr bekannt vorkam. Langsam begriff er, dass das Wesen, das er erschaffen hatte, seinen Bruder ermordete und damit ihn selbst für den Tod verantwortlich machte.
Eines Tages traf er das gefürchtete Geschöpf und musste sich als sein "Vater" dessen Geschichte anhören. Dabei stellte sich heraus, dass das Wesen keinesfalls seit Anfang an bösartig gewesen ist. Ganz im Gegenteil. Erst die Menschen, mit denen es in Kontakt kam, die ihn schlecht behandelten, ablehnten, enttäuschten und gar schlugen, verursachten in ihm den Wandel zu einem bösartigen Monster. Daraufhin trafen die beiden eine Vereinbarung. Frankenstein sollte noch ein weiteres totes Geschöpf zum Leben erwecken. Es sollte eine Frau werden, die mit seinem altem „Kind“, weit weg von den Menschen entfernt, zusammen leben sollte.
Zu einer Vollendung der Vereinbarung kam es nicht, weitere Morde zeichneten die ungewöhnliche Zweier-Beziehung aus, bis nur der Hass und Rachegelüste die beiden verbanden. Der Forscher, der sich selbst zum Gott erheben wollte, über den Tod und das Leben bestimmen wollte, ruinierte das Leben aller seiner Nächsten und sein eigenes. Als er schließlich seine geliebte Frau ermordet vorfand, gab es nichts mehr, was er noch verlieren konnte. Er machte sich auf die Jagd seines Lebens auf, um das Geschöpf, das er erschaffen hatte, zu töten, alle ermordeten zu rächen und über das verhängnisvolle Vorhaben einen Schlussstrich zu ziehen.
"Frankenstein" von Mary Shelley, Erstveröffentlichung 1818, gehört zu den bekanntesten Vorläufern der Science Fiction Literatur. Der Roman erlebte unzählige Verfilmungen, die erste folgte bereits 1910. Inzwischen wird der Name Frankenstein oft für Bezeichnung der Kreatur selbst und nicht ihren Schöpfer verwendet.

Mary Shelley - Frankenstein oder der moderne PrometheusMary Shelley - Frankenstein oder der moderne Prometheus.

Gerstenberg Verlag
Visuelle Weltliteratur
ISBN 3-8067-4759-8



FrankensteinFrankenstein - Penguin Popular Classics
Complete and unabbridged
ISBN 978-0-14-062332-1



Frank Zander Die musikalische Karriere von Frank Zander begann mit dem Hit "Ur-Urenkel von Frankenstein" 1974.

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10.08.2013

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