Der verlorene Tag

Schiffsrad
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Der berühmte portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan, der als der erste Mensch die Erde umsegelte, wurde 1480 in Sabrosa geboren. Seine ersten Seereisen tätigte er unter der portugiesischen Flagge. Eine dieser Reisen führte ihn zu den Molukken, den besonders reichen Gewürzinseln in Südostasien. Schon damals spielte er mit dem Gedanken, diese Inseln nicht auf der herkömmlichen Route westlich Afrikas, am den Kap der Guten Hoffnung und Indien vorbei, sondern von Westen her zu erreichen. Für Portugal konnte er aber das Vorhaben nicht realisieren. 1515 fiel er auf den portugiesischen Hof in Ungnade und bekam sogar ein Prozess. Er wurde zwar freigesprochen, aber sein Herz hörte auf für seine Heimat zu schlagen und er wechselte die Seiten. Damals gab es davon nur zwei. Die portugiesische und die spanische. Die zwei Mächte teilten sich die frisch entdeckte und noch unentdeckte Welt einfach untereinander auf und ließen es vom Papst bestätigen. Um es nicht zu komplizieren, zog man einfach eine Linie vom Nordpol zum Südpol und legte fest: alles was östlich der Linie liegt gehört Portugal, der Rest ist spanisch. Seine Idee, die Gewürzinseln Molukken auf einem anderem Weg erreichen zu wollen unterbreitete Magellan also nicht dem portugiesischen sondern dem spanischen König, dem späteren Kaiser Karl V. Dem König gefiel das Vorhaben und man fing mit den Vorbereitungen an. Am 20. September 1519 stach die aus fünf Schiffen bestehende Flotte in See und machte sich gen Westen auf den Weg. Die Reise dauerte bis zum 6. September 1522, von der über 200 Mann Besatzung blieben gerade 18 Überlebende. Von fünf Schiffen war es nur der "Victoria" gegönnt, nach 69.000 zurückgelegten Kilometren den Heimathafen heil anzufahren. Der Kapitän Ferdinand Magellan kam während der Reise ebenfalls ums Leben. Trotzdem, er gilt als der erste Weltumsegler, hat die Aufgabe aber in "Raten" bewältigt. Zuerst erreichte er unter portugiesischer Flagge Südostasien von Osten her, dann unter der spanischer vom Westen. Nach "Victorias" Rückkehr schien alles trotz großer Verluste in Ordnung zu sein. Die Kugelförmigkeit der Erde wurde bewiesen und die Expedition erwies sich auch als profitabel. Über 20 Tonnen Gewürze in den Ladeluken der "Victoria" deckten die Gesamtkosten der Expedition ab und brachten sogar einen kleinen Gewinn ein. Man fand den Seeweg (Magellanstraße), der Pazifik und Atlantik verbindet. Der damals noch unbekannte und falsch eingeschätzte Erdradius konnte neu berechnet werden. Und man sichtete während der Expedition, als erste Europäer, die Magellanschen Wolken, die Galaxien, die nur von der Südkugel aus sichtbar sind und nach dem berühmten Weltsegler Ferdinand Magellan benannt wurden.

Und dennoch, etwas stimmte nicht. Trotz, dass man während der Reise jeden Tag präzise Zeit und Ort bemiss und dokumentierte, stellte man verwundert fest, dass ungeachtet dessen ein ganzer Tag verloren gegangen ist. Mit großen Erstaunen stellte man diese Tatsache fest. Erst später konnte die Ursache dafür herausgefunden werden. Reist man nämlich westwärts rund um die Erde, so steht die Sonne bei jedem weiteren Längengrad 4 Minuten später auf. Bei 360 Grad ergibt der Unterschied also einen vollen Tag. Genau dieser Tag fehlte der Mannschaft nach Abschluss der Reise. Diese Tatsache rettete den reichen englischen Gentleman Phileas Fogg vor dem absoluten Bankrott, als er 300 Jahre später einer Wette wegen sich ebenfalls auf die Reise um die Welt machte. Glücklicherweise für ihn, das erzählt uns der französische Schriftsteller Jules Verne in seinem Roman "Reise um die Erde in 80 Tagen", bewegte er sich ostwärts. In der Richtung verhält sich das Spiel mit der Sonne genau umgekehrt. Bei jedem weiteren Längengrad steht sie um 4 Minuten früher auf. Damit "sparte" Phileas Fogg bei seiner Erdumrundung einen vollen Tag und gewann die bereits als verloren gedachte Wette doch noch.

02.03.2012
Music And Dance / Gotye

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