Venedig - Die Stadt mit der Gondel

Venedig
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Rialtobrücke in Venedig. Die Brücke gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die mit einem Schleier unzähliger Legenden überdeckte italienische Stadt Venedig gehört zu den bekanntesten Touristenzielen weltweit. Gegründet Mitte des 5.Jahrhunderts erstreckt sich die Stadt auf über 100 Inseln, die allesamt in der im Norden des Adriatischen Meeres gelegenen Lagune von Venedig liegen. Die Gründer der Stadt fanden auf dem unzugänglichen Terrain eine Zuflucht vor den barbarischen Hunnen. Ab den 10. Jahrhundert begann der Aufstieg von Venedig, das dank einer rieseigen Handels- und Kriegsflotte zu einem der bedeutendsten Handels- und Finanzzentren Europas wurde. Seit 1797, als Napoleon die Stadt eroberte und so einen Schlussstrich unter die bis dahin unabhängige Republik Venedig gezogen hat, verlor Venedig an Bedeutung und wurde schließlich im 19. Jahrhundert ein Teil Italiens. Parallel dazu entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Kulturzentrum. Aus der Blütezeit der Stadt stammen zahlreiche architektonische Bauten, die dank ihres Reichtums und Form mit den dazugehörenden Wasserkanälen zu den einzigartigsten der Welt gehören und allesamt eine der wertvollsten Hinterlassenschaften auf der Liste der Weltkulturerbes von UNESCO darstellen. Die enorme Anziehungskraft der Stadt auf Touristen spiegelt sich deutlich in den Besucherzahlen wieder. 2001 besuchten Venedig 14 Millionen Menschen, doppelt so viel wie die italienische Hauptstadt Rom. Und den 2,5 Millionen Romeinwohnern stehen gerade 250.000 Venezianer gegenüber. Im 17. Jahrhundert stieg Venedig zu der europäischen "Hauptstadt der Oper" auf. Venedig machte die Oper, anders als woanders, dem ganzem Volk zugänglich. In das 1637 eröffnetes Teatro San Cassiano durfte jeder rein, der den Eintritt nur bezahlen konnte. Opernkünstler aus ganz Europa strömten nach Venedig, um hier ihr Können unter Beweis zu stellen. Hier feierten ihre Prämieren die Werke der bedeutendsten Komponisten der Zeit u.a. die von Giuseppe Verdi. Zu dem bekanntesten Erkennungszeichen der Stadt wurde aber die Gondel, die von einem Gondoliere gekonnt auf den schmalen venezianischen Wasserkanälen zwischen den "Häusern am Wasser" durchmanövriert, ein verliebtes Paar mit am Bord führt. Denn Venedig gilt als die Stadt der Verliebten. Nirgendwo auf der Welt, so die allgemeine Überzeugung, kann die Zweisamkeit so romantisch sein wie in Venedig. So wurde die Stadt zum beliebten Ziel aller Verliebten, die nicht selten sich dazu entscheiden, hier ihren Ehebund fürs Leben zu schließen. So in der Literatur, Theater, Film oder Musik beflügelte das Bild der Gondel mit einem verliebten Paar die Phantasie der Künstler und inspirierte sie zu neuen Werken. Um die romantische Atmosphäre einer venezianischen Gondelfahrt zu steigern, sang der Gondoliere oft noch ein Lied dazu, eine sogenannte Barkarole. Einem solchen verträumten Szenario konnten sich viele Komponisten nicht entziehen und nahmen Barkarolen in ihr Repertoire auf. U.a. zählen zu den bekannten Autoren von Barkarolen Mendelssohn, Liszt und Fauré. Zwei der Barkarolen ragen jedoch besonders heraus, wurden berühmt und erlangten einen weltweiten Bekanntheitsgrad. Die beiden, eine stammt von dem polnischen Komponisten Fryderyk Chopin (Barcarolle Op. 60), die andere von dem französischen Komponist Jacques Offenbach (in Hoffmans Erzählungen), vervollständigten dann endgültig das Bild der Traumstadt Venedig.

05.07.2012
Music And Dance / Antonio Vivaldi

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