Der Mann mit der Gans - Konrad Lorenz

Konrad Lorenz - WerkeEinige Bücher von Konrad Lorenz:

"Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression"
"Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen"
"So kam der Mensch auf den Hund"

Weltbild Verlag

Aus seinem Hauptwerk "Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression":

"Es gibt kaum einen Zweifel, daß alle menschliche Kunst ur­sprünglich im Dienste eines Rituals entwickelt wurde und dass die Autonomie der Kunst, die Kunst »um ihrer selbst willen«, erst in einem zweiten Schritt im kulturellen Prozess erreicht wurde."




Der Zoologe Konrad Lorenz (1903-1989) untersuchte sehr viele Tiere und gewann daraus viele Erkenntnisse über ihr Verhalten und seine Ursprünge. Viel Zeit verbrachte er vor dem Aquarium, um die Fische zu beobachten und zu studieren, er schrieb über Affen, Hunde oder Ratten, seine ganz große Liebe galt aber den Gänsen. Auf unzähligen Bildern von dem 1989 verstorbenen Verhaltensforscher taucht immer wieder eine oder gleich eine ganze Schar von Graugänsen auf. Die Gänse waren es, die ihn berühmt und der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht haben. Sie faszinierten ihn, denn wie er es herausfand, hat kaum ein anderes Lebewesen, so im sozialen Verhalten als auch in Treue, Liebe, gegenseitiger Freundschaft und Zuneigung,  eine so enorme Ähnlichkeit zum Menschen wie die Gans. Eine unter ihnen, sie hieß Martina, ist ihm besonders ans Herz gewachsen. Er zog Martina von klein an auf. Die beiden bildeten ein unzertrennliches Paar. Es fiel dem Wissenschaftler überhaupt nicht schwer, die enge Freundschaft mit Martina aufrechtzuerhalten. Seit seiner Kindheit, gleich nachdem ihm eine passende Lektüre vorgelesen wurde, stand sein Beschluss nämlich fest: „Ich wollte beruflich Wildgans werden“. Auch Martina, die sich eher als sein Gänsekind betrachtete, genoss die Zweisamkeit mit Konrad, zeigte sich im Umgang mit ihrem "Papi" sehr verständnisvoll und störte ihn bei der Arbeit nicht:

"Diese tief instinktmäßige Abneigung gegen das Alleinsein band Martina fest an meine Person. Martina folgte mir überallhin und war vollkommen zufrieden, wenn ich am Schreibtisch arbeitete und sie sich unter meinem Sessel hinlegen durfte. Sie war gar nicht lästig; es genügte ihr, wenn ich mit einem unartikulierten Grunzen antwortete, sooft sie mit ihrem Stimmfühlungslaut anfragte, ob ich noch da und am Leben sei."

Das außergewöhnliche Pärchen und die Geschichte von einem Mann mit einer Gans im Schlepptau wurden bekannt, verließen schnell die engen Kreise der Wissenschaft und gelangten an die Öffentlichkeit. Die beiden selbst wurden zu Freunden fürs Leben, sie zu der berühmtesten aller Gänse, er zu den größten und bekanntesten Gänseverstehern in der Geschichte.  

Konrad Lorenz stammt aus Altenberg bei Wien, wo er 1903 geboren wurde. Bevor er die Laufbahn eines Zoologen einschlug, widmete er sich der Medizin. 1922, als er mit seinem Abitur fertig wurde, begann er ein Medizinstudium. 1928 war mit dem Studium fertig, 1933 promovierte er in Zoologie. 1950 hatte er ein eigenes Forschungsinstitut von der Max-Planck-Gesellschaft, 1958 gründet er mit Erich von Holst ein neues „Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie“. Er schreibt viele Bücher, die auch außerhalb der Wissenschaft populär und manche zu Bestseller wurden, wie „Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen“. Zu seinen wichtigsten und bekanntesten Werken zählt das Buch „Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression“, das er 1963 veröffentlichte. Heute gilt Konrad Lorenz als Gründer der modernen Verhaltensforschung. 1973 wurden seine Arbeiten mit dem Nobelpreis, für ihn völlig unerwartet, für Medizin geehrt, den er gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen erhielt.

Seine Beziehung zum Mensch und Tier spiegelt deutlich ein Satz aus einer seiner Vorlesungen wieder: "Das fehlende Glied zwischen Affen und Mensch sind wir selbst".

Konrad Lorenz - Biografie Konrad Lorenz
Klaus Taschwer - Benedikt Föger

Deutsche Taschenbuch Verlag
www.dtv.de
ISBN 978-3-423-34527-9



03.06.2012
Music And Dance / Lobo

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