Ich bin ein Dynamit! - Friedrich Nietzsche

Friedrich Nietzsche - Werke"Ich habe meine Schriften jederzeit mit meinem ganzen Leib und Leben geschrieben".

Friedrich Nietzsche

(Nietzsche - Unzeitgemässe Betrachtungen, Insel Verlag, ISBN 3-458-32209-4, 1981)





Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), heute für einen der größten Philosophen des 19. Jahrhunderts gehalten, wurde als Sohn eines lutherischen Pastors in der Kleinstadt Röcken bei Lützen geboren. Er gehört nicht nur zu den größten, aber auch zu den aufregendsten Denkern seiner Zeit. Neben den Themen und dem Inhalt trug einen Anteil daran auch seine Fähigkeit sich auszudrücken. Denn Nietzsche war nicht nur Philosoph, sondern auch Literat. Die Atmosphäre seiner Werke kann nur der Leser erleben, dem es dank seiner Deutschkenntnisse möglich ist, seine Schriften in Originalsprache zu lesen. Wie ein großer und schwerer Hammer folgt hier ein Satz nach dem anderen und verkündet jedem die unmissverständliche Botschaft: Was der Autor sagt, gilt! Über sich selbst sagte Nietzsche: "Ich bin kein Mensch, ich bin ein Dynamit".
Sein Vater starb, bevor Friedrich fünf Jahre alt wurde. Die Familie siedelte 1850 nach Naumburg an der Saale über. Nach dem Besuch einer Volkschule und eines renommierten Gymnasiums studierte er in Bonn Theologie und klassische Philologie. Sein Studium setzte er 1865 in Leipzig fort, gab aber Theologie zwischendurch auf. Hier lernt er die Werke Schopenhauers und Kants und ein wenig später Richard Wagner kennen. Zwischen den beiden entwickelte sich eine starke Freundschaft, die einen großen Einfluss auf Nietzsches Werk haben sollte. Diese Freundschaft schlug anschließend in eine Feindschaft um. 1869 belegte er Lehramt an der Universität Basel als ordentlicher Professor für Philologie. Dort bleibt er zehn Jahre lang, bis ihn schließlich gesundheitliche Probleme zur Aufgabe der Stelle zwangen. Seitdem zog er als freier Philosoph von Land zu Land und verbrachte mit Unterbrechungen mehr oder weniger Zeit in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien. Im Januar 1889, als er in Turin wohnte, erlebte er einen geistigen Zusammenbruch, von dem er sich nie wieder erholte. Nach Aufenthalten in verschiedenen Sanatorien wurde er von seiner Mutter in Naumburg aufgenommen. Nach deren Tod, 1897, kümmerte sich seine Schwester um ihn. Sie ziehen nach Weimar, wo Friedrich Nietzsche kurz darauf im Jahr 1900 verstarb. Der Philosoph litt sein Leben lang an der fehlenden Resonanz auf seine Werke. Kurz vor seinem Tode wurde er aber doch noch entdeckt, seine Berühmtheit, die dann einsetzte, konnte er aber nicht mehr bewusst erleben.

Unter anderem machte sich Nietzsche einen Namen als großer Kritiker des Christentums und der in ihm wurzelnden Moral. Von ihm stammen die Begriffe der "Sklavenmoral", "Herrenmoral" und der des "Übermenschen". Berühmt wurde sein Satz "Gott ist tot", mit dem er die Wahrheit und alle Werte in Frage stellt und die Menschen auffordert, selbst in den Vordergrund zu treten. Ein Versuch mit dem Gefängnis ähnelndem "Du sollst" endgültig abzurechnen. Immer wieder greift der Philosoph die gleiche Themen auf, um sie aus unterschiedlichen Winkel zu betrachten, liefert aber bewusst keine endgültigen Antworten.

10.03.2012
Music And Dance / Julie London

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