Auge der Morgenröte -
Mata Hari

Mata Hari - Spionin für DeutschlandMata Hari
Spionin für Deutschland

Das abenteuerliche Leben der Tänzerin Margarethe Zelle

Damals
Zeitschrift für Geschichtliches Wissen
Heft 2 / februar 1973




Die Hinrichtung von Mata Hari fand am 15. Oktober 1917 statt. Die zu diesem Zeitpunkt 41 Jahre alte Verurteilte lehnte es entschieden ab, mit einer Augenbinde an dem Exekutions-Pfahl angebunden zu werden. Das aus zwölf Soldaten bestehende französische Erschießungskommando beendete mit einer Salve ihr Leben, dem mehrere Legenden entsprungen sind. Obwohl sich unzählige Bücher, Filme und Abhandlungen ihre abenteuerliche Lebensgeschichte und tragisches Ende zum Hauptthema machten, blieben viele Fragen bis heute unbeantwortet. Unklar ist ob man die Ehefrau und Mutter, Tänzerin, Skandalkünstlerin und Kurtisane tatsächlich als eine Spionin betrachten kann, oder vielmehr als eine offene, mutige und ihrer Zeit voraus denkende Frau, die, verwickelt in ihr unbekannte Spiele der Geheimdienste und Politik, nur ein Ziel verfolgte und zwar das der finanziellen Unabhängigkeit von Männern.
"Mata Hari" (Javanisch: Auge der Morgenröte) ist ein Künstlername, der aus den Niederlanden stammenden Tänzerin Margaretha Geertruida Zelle. Sie wurde 1876 in Leeuwarden als Tochter eines holländischen Geschäftsmanns geboren. 1891 stirbt ihre Mutter und der Vater macht Bankrott. Margarethe beginnt eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Mit 17 Jahren zieht sie nach Den Haag, da sie in der Schule eine Affäre mit dem Schuldirektor eingeht und damit für einen Skandal sorgt. In den Haag verfolgt sie die Heiratsanzeigen und antwortet auf die von Rudolph John MacLeod. John ist zwanzig Jahre älter als sie, hat schottische Wurzeln und dient seit seinem 21. Lebensjahr als Marine-Offizier in Niederländisch-Indien. Die beiden trafen sich, nach sechs Tagen gaben sie ihre Verlobung bekannt, die Eheschließung folgte vier Monate später. Mit ihrem Sohn Norman John ziehen die MacLeods nach Java, eine Insel, die zu Niederländisch-Indien gehörte, wo sie in Kürze noch die Tochter Jeanne Louise bekommen. Doch in der Ehe knirscht es und sie zerfällt 1902. Die 26-jährige Margaretha, jetzt ungebunden (der Sohn Norman ist inzwischen gestorben, Tochter Jeanne lebt bei dem Vater) zieht nach Paris und beginnt unter dem Pseudonym Mata Hari ihre Karriere als exotische Tänzerin. Sie stellte sich als die dem Gott Shiva geweihte Tochter einer Ostindischen Tempeltänzerin dar, die bei ihrer Geburt verstarb und wurde mit dem von ihr selbst choreografierten Tanz berühmt. Es blieb nicht aus, dass Mata Hari dank ihrer tänzerischen Darbietungen, die mit Exotik und einer nicht geringen Prise an Erotik angereichert wurden, bald die Augen der einflussreichen Männer auf sich zog. Ab jetzt werden der Künstlerin Affären mit Politikern, Diplomaten und hochgestellten Offizieren nachgesagt. Zu den Fans der Tänzerin sollten der französische Außenminister, der französische Polizeichef, holländische Diplomaten, der französische Botschafter in Spanien und sogar der deutsche Kronprinz gehören. Sie trat in ganz Europa auf. Man konnte sie in Spanien, Monaco, Italien, Österreich oder Deutschland bewundern. Viele andere Tänzerinnen versuchen sie vergeblich zu imitieren. Umgeben von einflussreichen Bewunderern und Verehrern führte Mata Hari fast bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein sorgenfreies Leben, lebte im großen Stil und zählte zu den am besten bezahlten Kurtisanen ihrer Zeit.
Der Ausbruch des Krieges brachte eine radikale Wende in ihr Leben ein. Da jetzt allgemeines Interesse dem Krieg und Frontgeschehen galt, blieben neue Engagements aus. Kaum jemand verspürte in der Zeit ein Verlangen nach exotischen Tänzen. Das Geld wurde knapp und die Tänzerin musste notgedrungen von ihrem luxuriösen Lebensstil Abschied nehmen. Im Frühjahr 1916 wurde sie von den Deutschen als Spionin angeworben. Man vermutet, dass reine Geldnot sie zu diesem Schritt bewegte. Noch im gleichen Jahr sollte sie eine Zusammenarbeit mit dem französischen Geheimnisdienst eingegangen sein, wodurch sie zu einer Doppelagentin wurde. Ihre Karriere als Spionin dauerte allerdings nicht lange. Bereits im Februar 1917 wurde Mata Hari verhaftet und wegen Hochverrats zum Tode verurteilt.
Der wahre Mythos Mata Hari entstand erst nach ihrem Tod. Das Bündel aus unbeantworteten Fragen, Spekulationen, erfundenen Biografien, Exotik und Abenteuer, unzähligen Affären mit prominenten Männern, die vielleicht gar nicht stattfanden, Spionage und schließlich einer möglicherweise ungerechten Verurteilung entwickelte eine Anziehungskraft, die bis heute anhält und mit Wort, Bild und Ton zum Ausdruck gebracht wird. Obwohl uns die Tänzerin eine äußerst rätselhafte Mischung aus Fakten und Fiktion hinterließ, bleibt unbestritten, dass sie während ihres Lebens zu einer der berühmtesten Tänzerinnen ihrer Zeit wurde, danach den Aufstieg zu der bekanntesten Spionin aller Zeiten schaffte.

Sie nante sich Mata HariSam Waagenaar

Sie nannte sich Mata Hari
Bild eines Lebens-
Dokument einer Zeit

Marion von Schröder Verlag Hamburg
Aus dem Englischen übertragen von Heddy Weissfeld



Jack London 1876 wurde auch der amerikanische Schriftsteller Jack London geboren. Er ist der Autor des Romans "Wolfsblut".
Dean Martin 1917 wurde der amerikanische Sänger und Schauspieler Dean Martin geboren. Bis heute blieb unvergesslich sein größter Hit "That's Amore".
Les Humphries Singers 1976, 100 Jahre nach dem Geburtsjahr von Mata Hari, gingen Les Humphries Singers auseinander. Zu ihren größten Erfolgen zählt der Hit "Mexico" aus dem Jahr 1972.
Billy Ocean 1976 hatte Billy Ocean mit "Love Really Hurts Without You" seinen ersten großen Hit. Das Stück erreichte in Großbritannien den zweiten Platz der Single-Charts.

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25.03.2016

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