Eine Party in Essen
25.08.2007
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| Bereits eine Woche davor gab
es die ersten Anzeichen von dem Bevorstehendem.
Sie kamen, die ersten Vorboten eines
Ereignisses, dass sich in wenigen Tagen als die
größte Veranstaltung in der neuzeitlichen
Geschichte der Ruhrmetropole Essen herausstellen
sollte. Die LoveParade. Noch etwas reserviert,
überlegend und unsicher schauten die Essener zu,
wie sich die ersten Raver und deren Musik auf
dem Stadfest Essen Original präsentierten und
zum Mitmachen animierten. Ein Vorgeschmack auf
eine Party, die sich in einer Woche, am
25.08.2007, ganz entfalten sollte. Ein großes
Thema für die hiesige Presse. So etwas gab es
nun mal in Essen noch nie. So berichtete und
informierte man fleißig die Bürger in der
Presse, Radio und umfangreichem Infomaterial
über den nahenden Samstag. Auch ein Thema für
die Essener selbst. Ist das sinnvoll, gut oder
schlecht, eine Party oder Kriegszustand, kann
man bleiben oder lieber die Stadt für die Zeit
verlassen?. Doch zu ändern gab es nichts, die
Weichen wurden längst gestellt, die
Entscheidungen gefallen. Essen hat die Kurve
gekriegt, hat eine Veranstaltung vom Großformat
geholt und lenkte die Augen der ganzen Welt auf
sich. Jetzt blieb es nur abzuwarten. |
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NRZ 27.08.07
Die Essener Loveparade startete planmäßig am Samstag um
14 Uhr. 27 Musik - Wagen setzten sich auf einer 2,5 km
langen Strecke in Bewegung. Die Party dauerte bis in die
Nacht. NRZ berichtet : "Hätte Essen Wände, sie hätten
gewackelt: Die erste Loveparade im Ruhrgebiet war ein
voller Erfolg und verlief ohne große Zwischenfälle. Rund
1,2 Millionen Techno-Fans und Neugierige feierten
ausgelassen am Berliner Platz, entlang der Strecke, auf
Ampeln und Laternenmasten." |
1,2 Millionen tanzen in Essen
(Rheinische Post, 27.08.07)
Auch die Düsseldorfer Rheinische
Post schickte ihre "Spione" nach Essen, um zu schauen, was vor
sich geht. Man berichtet :
"Die Freiluft-Technoparty ist in diesem Jahr von Berlin ins
Ruhrgebiet umgezogen - und hat den Ortswechsel blendend
verkraftet. „An einigen Stellen ist es hier zwar enger als in
Berlin“, sagt Kai Podziech (24) aus
Heiligenhaus, „aber ansonsten finde ich es total geil."
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| "Die Raver haben Essen in
einen friedlichen Ausnahmezustand versetzt." |
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Musik wird oft nicht schön
gefunden,
weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Wilhelm Busch
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| Und dann kam er : der große "We Love Electro"
- Tag. Schon Stunden vor der offiziellen
Eröffnung um 14.00 strömten die Menschen in die
Stadt. Raver, Schaulustige, Presseleute,
Fotografen, jung und alt, alleine, paarweise
oder in Gruppen, alle neugierig auf dieses allen
aus den früheren Fernsehberichten wohl bekannte,
aus Berlin ins Ruhrgebiet umgezogene Techno -
Fest. Voll gepackt fuhren Busse und
Straßenbahnen Richtung Essener Berlinerplatz,
leer kamen sie zurück. Alle, die es wollten,
konnten sich schon früher passend einstimmen. Ab
Donnerstag liefen in Essen und Nachbarnstädten
Technopartys in den meisten Clubs. Um ca. 17 Uhr
erreichte die Veranstaltung ihren Höhenpunkt.
Wie dem späteren Berichten zu entnehmen ist,
feierten zu diesem Zeitpunkt ca. 1,2 Millionen
in der Stadt. Eine wahre Überflutung die sich
damit manifestierte, dass stellenweise kein
Durch- oder Weiterkommen möglich war. Eine
Überraschung für die Veranstalter und
Ordnungskräfte, denn mit ca. 500 000 hat man
gerechnet. Dass es in der Stadt kochte, konnte
jeder der sich dem Zentrum näherte, an mehreren
Anzeichen selbst erahnen. Polizeikräfte an jeder
Ecke, gesperrte Straßen, Deutsches Rotes Kreuz
und Malteser Hilfsdienste sichtbar positioniert
und schließlich laut heulende Sirenen der
Krankenwagen, die ununterbrochen unterwegs
waren. Wie es sich zeigte, haben viele Muttis
und Pappis wieder mal versagt und es versäumt,
ihren Schützlingen das Umgehen mit Alkohol
beizubringen. So wurde für viele Unglücklichen
die Party leider zu Ende, bevor es richtig
losging. Trotz vieler Schaulustigen, die nur
gucken und ein paar Fotos machen wollten, konnte
man hier den Eindruck gewinnen, dass die meisten
doch mitfeiern wollten. Und sie machten auch
mit. Die auf dem Berliner Platz versammelte
Menschenmenge tanzte und feierte kräftig um das
mittendrin aufgestellten Techno - Gerüst. Von
hier kamen auch die lauten Musiktöne, aus einer
Musikanlage, die mit 600000 Watt beschallt
wurde. Auf Seilen aufgehängte und in ständiger
Bewegung bleibende Kameras brachten die Bilder
übers Fernsehen ins Wohnzimmer von Millionen
Menschen, in Deutschland und im Ausland. Die
wahre Party - Stimmung konnte man erst richtig
in der Nähe der vorbeiziehenden Raver-Wagen
erleben. Hier ging es erst richtig los und wer
zu wenig Platz zum Tanzen hatte, der kletterte
einfach auf Straßenlaternen, Ampeln oder eben
auf die überall aufgestellten Dixi - Toiletten.
Diese so gründlich davor nach Sinn und Unsinn
durchdiskutierte und von vielen gefürchtete
Loveparade hat sich als eine einladende,
lustvolle, richtig zu Mitmachen animierende
Open-Air-Party entpuppt. Und dazu haben nicht
nur die Feiernden, die offenbar eine ganze Menge
gute Laune mitgebracht haben, das Entscheidende
beigetragen. Loveparade, was in den Zeitungen
kaum erwähnt wird, ist gleichzeitig auch ein
Techno - Musik -Festival. Diese Tatsache nutzten
die Techno-Djs und präsentierten sie von der
besten Seite. Derjenige, der wie so viele
andere, Techno längst als wertloses "bum bum"
abgestempelt hatte, könnte hier durchaus ins
Staunen versetzt werden. Stellenweise fast
zwangen die hervorragenden musikalischen
Passagen schlicht und einfach zum Stehen
bleiben, um das Ende abzuwarten. Die Loveparade
hat es tatsächlich geschafft, sie überzeugt.
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Westdeutsche Allgemeine
Westdeutsche Allgemeine vom 27.08.2007 berichtet :
"Welch eine Party! Erstmals lud das Ruhrgebiet zur Loveparade, und 1,2 Millionen Menschen tanzten zum
Beat der Bässe. Nicht einmal Optimisten hatten mit
so vielen Besuchern gerechnet. Bunt war es, sexy und
ausgesprochen friedlich.
27 Floats genannte Wagen
kreisten bis in den späten Abend durch die Essener
Innenstadt, anschließend feierten Hunderttausende
rund um die kolossale Bühne die DJs, die
Plattenkünstler.
Wegen des erfolgreichen Neustarts
nach dem Umzug aus Berlin will die
Wirtschaftsförderung Ruhr versuchen, die Loveparade
über die geplanten fünf Jahre hinaus im Revier zu
halten. Loveparade-Geschäftsführer Rainer Schaller
"Friedlichste Parade der letzten Jahre“. |
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ESSEN
Hervorgegangen ist die Metropole am
Südrand des Reviers aus zwei Klöstern: der
Reichsabtei Werden (796) und dem Frauenstift Essen
(852). Im 13. Jh. erhielt die zusammengewachsene
Gemeinde die Stadtrechte, ein Jahrhundert später
(1377) wurde Essen als Reichsstadt anerkannt. Zeugen
der kirchlichen Vergangenheit sind die Basilika St. us
in Essen-Werden und das Essener Münster in
der City, dessen Münsterschatz mit der Goldenen
Madonna zu den bedeutendsten Sammlungen sakraler
Kunst in Deutschland zählt. Die Industrialisierung
begann 1809 mit dem Kohletiefbau.1811 gründete
Friedrich Krupp die erste Gussstahlfabrik. Vor allem
unter seinen Nachkommen Alfred und Friedrich Alfred
Krupp expandierte das Unternehmen zum
Stahlgiganten, die der Stadt Essen den Beinamen
„Kruppstadt“ einbrachte. Die erste Hälfte des 20.
Jhs brachte dann den rasanten Aufstieg zur größten
Bergbaustadt Europas mit den Anlagen Zeche und
Kokerei Zollverein. Die Zeche Zollverein, in den
1920er Jahren modernste Schachtanlage der Welt,
wurde seit ihrer Schließung 1986 unter
Denkmalschutz gestellt und ist im Dezember 2001 von
der UNESCO-Kommission zum Weltkulturerbe ernannt
worden. Sie fungiert als Besucherzentrum der im
Zuge der IBA Emscher Park gestalteten „Route der
Industriekultur“ und gleichzeitig als attraktives
Kunst- und Kulturzentrum . Den Wandel von der
Bergbaumetropole zu einer modernen und
leistungsfähigen Großstadt beweist Essen durch die
Ansiedlung führender deutscher Energiefrmen wie
RWE, RAG und Ruhrgas AG. Daneben haben
millionenschwere Unternehmen wie
Karstadt/Neckermann, Hochtief und ThyssenKrupp ihren
Sitz in der Stadt. Auch der Regionalverbhand
Ruhrgebiet, der Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft, das Ruhrbistum, das Landesumweltamt
sowie der Deutsche Wetterdienst sind in der
sechstgrößten Stadt der Bundesrepublik heimisch. 700
Einzelhandelsgeschäfte in zentraler Lage tragen zum
Ruf als Einkaufsstadt bei. Seit 1913 ist Essen
Messestadt, seit 1972 Universitätsstadt. Das
kulturelle Leben ist vielfältig: Zahlreiche und
sowie die 2004 eröffnete Philharmonie und die
renommierte Folkwang-Hochschule für Musik, Theater
und Tanz sind Aushängeschilder der Stadt.
Geschichtlich sehenswert sind das Essener Münster,
die Kruppsche Villa Hügel, das Kloster Werden,
Schloss Hugenpoet, Schloss Borbeck sowie die Alte
Synagoge. Freizeit und Erholung bietet vor allem
der Essener Süden mit Grugapark, Baldeneysee,
Heissiwald und Stadtgarten. |
NRZ (27.08.07) |
- Darf ich bitten?
- Mit Betrunkenen tanze ich nicht!
- Nüchtern hätte ich auch nie gefragt!
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Und etwas ganz Besonderes gab
es auf dieser Loveparade 2007 in Essen auch. In der
ganzen Verwirrung, Durcheinander, mitten drin in
einer Party, an der Hunderttausende von Menschen
teilnahmen, lauter Musik, saß am Straßenrand ein
Mädchen, 5 oder 6 Jahre alt, und las ein Comic.
Tausende zogen vorbei, zeigten mit Finger auf die
Kleine oder lachten sie an. Sie nahm das alles gar
nicht wahr, ihr Comic war offenbar viel
interessanter.
Und hätte das Schicksal uns in diesem Moment nicht
einen Streich gespielt (die Technik wollte nicht
mehr) würde ein Foto entstehen, dass die Loveparade
Essen 2007 durchaus symbolisieren könnte. Eine
bunte, friedliche und freundliche Party. Ein
Open-Air-Treffen, ein fröhliches Musikfestival. Für
alle. Essen : gut gemacht. |
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Auch die Bild Zeitung war
dabei und wusste zu berichten :
"Loveparade - das höchste
Raver-Fest fand zum ersten Mal nicht in der Hauptstadt
statt, sondern hatte Premiere im Pott. Ist der
Ruhrgebiet-Rhythmus lahmer als der Berlin-Beat? Insider
meinen Nein. Eher im Gegenteil: Die Partygemeinde
gestern in Essen war feierfreudiger und jünger. Und
zahlreicher. Loveparade-Sprecher Björn Köllen war
jedenfalls schon am frühen Nachmittag sehr zufrieden:
„Es sind jetzt schon mehr Menschen da als in Berlin zum
vergleichbaren Zeitpunkt.“ 1,2 Millionen Techno - Fans
schoben sich, von 27 Festwagen begleitet, durch die
Innenstadt, zeigten ausgeflippte Outfits und viel nackte
Haut. Ein bisschen Berlin gab es dann doch: Höhepunkt
des 2,5-Kilometer-Rundkurses war das Abschlussfest auf
dem Berliner Platz, wo Techno-Größen wie ATB, Moby und
Westbam auf einer 23 Meter hohen Bühne auftraten."
BILD 26.08.2007
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Für die, die weiter feiern
wollten, gab es genügend Angebote in Essener Clubs. Die
Party konnte weiter gehen. (und sie ging weiter!)
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| Einige Foto - Impressionen von der Loveparade 2007 in Essen |
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