Reklame
 


06.09.2007


Wer sich an diesem Tag nicht dazu aufgefordert fühlte, 
für einen kurzen Augenblick stehen zu bleiben,
der möchte weiter gehen und nie wiederkehren.


Die Nachricht traf ihn und seine Familie ganz unerwartet. Aber auch die ganze Welt. Noch war sein Terminkalender voll, voll mit Terminen, die er nicht mehr wahrnehmen wird. Was für eine Diagnose! Er hat Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das ist einer von der schlimmsten Sorte. Im Anfangsstadium merken die Betroffenen lange Zeit überhaupt nichts, und wenn ein Besuch beim Arzt ansteht, ist es meistens zu spät. Und wenn schließlich der Arzt aufgesucht wird, wird erst mal über Gelbsucht oder Oberbauchschmerzen gesprochen. Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Von 100 Kranken kann nur einer damit rechnen, dass er durchkommt. Und das nach einer langen und beschwerlichen Behandlung.
Vorerst war er voller Zuversicht. So schnell gibt er nicht auf. Etwas anderes hat man auch nicht erwartet, so kennt man ihn. Die erste Operation fand in Juli 2006 statt, und es schien alles wieder in Ordnung. Der Presse teilte er mit : "Wie es aussieht, habe ich großes Glück im Unglück gehabt". Terminbuch wurde wieder mal aufgeschlagen. Die Krankheit hat aber nicht losgelassen. Mit seiner Familie zieht er sich auf sein Landhaus bei Modena in Italien zurück, die Öffentlichkeit erfährt in der folgenden Zeit, so gut wie nichts über ihn. Ihm ging es schlecht. Er war nicht dabei sich zu erholen, er bereitete sich vor, vom Leben Abschied zu nehmen. Bestätigt haben dies die knappen Infos, die man von den Familienmitglieder gelegentlich erhaschen konnte. Der Krebs war nicht geheilt, er breitete sich weiter aus. Die Chemotherapie, die er über sich ergehen lies, konnte daran nichts mehr ändern. In den letzten Tagen machte sich keiner etwas vor. Er selbst und die Familie wussten : Bald wird er sterben. Das war auch die Zeit, wo die getrennte Familie wieder zueinander gefunden hat. Alle waren wieder da. Es gab große familiäre Probleme, als er die "Alten" für seine 34 Jahre jüngere Sekretärin verlassen hat. Jetzt war er 71. Und obwohl der Kampf gegen den Krebs aufgegeben wurde, spielte er zu Hause, auf einem Rollstuhl sitzend, wie es sich gehört, weiterhin den "Commandante". Eine Kämpfernatur. Dann wurde er aufgefordert, den Weg zu seinen verstorbenen Eltern anzutreten. Auf ein Wiedersehen, was er immer wieder erwähnt hat und sich gewünscht hat. Am 6.September 2007.
  • "Er hatte eine göttliche Stimme" (Tagesschau.de)
  • "Verlust der schönsten Tenorstimme" (Diepresse.at)
  • "Luciano Pavarotti: Stimmgewaltig, Lebensfroh, Populär" (Spiegel.de)
  • "Der König der Sänger ist tot" (Klassikakzente.de)
  • "Jahrhunderttenor" (Herbert von Karajan)
  • "Populärster Sänger seit Enrico Caruso" (News.ch)
  • Die Opernwelt hisst schwarze Flaggen: Einer ihrer wenigen Könige ist verstummt. (WAZ)
Gewußt ?
  • Der im Jahr 1810 in Żelazowa Wola / Polen geborene polnischer Komponist und Pianist Fryderyk Franciszek Chopin übersiedelte 1831 nach Paris. Dort starb er im Alter von nur 39 Jahren am 17. Oktober 1849. Nach seinem Tod wurde er auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris beerdigt. Auf sein Wunsch wurde sein Herz zurück nach Warschau gebracht und dort in einer Säule der Heilig-Kreuz-Kirche beigesetzt.
  • Ludwig Van Beethoven, geboren in Bonn 1770, gestorben 1827 in Wien, gehört zu den größten Komponisten der klassischen Musik. Im Paket seiner 9 Symphonien ist auch die Symphonie Nr. 5 enthalten, ein der größten musikalischen Werken überhaupt. Sein Leichnam wurde auf dem Währinger Friedhof beigesetzt. 20.000 Menschen nahmen an dem Begräbnis teil. Im Jahr 1888 wurde Beethoven exhumiert und auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt.
  • Die älteste Pianistin der Welt ist die am 15. Dezember 1887 geborene Rumänin Cella Delavrancea. Ihr letztes öffentliches Konzert gab sie im Alter von 103 Jahren. Die Schriftstellerin und Klavierlehrerin bezeichnete man seit ihrer Kindheit als Wunderkind. Sie starb im Alter von 104 Jahren am 9. August 1991.
Musik ist für alle,
ausnahmslos und bedingungslos.
Luciano Pavarotti brachte die Oper auf die Straße.


Luciano Pavarotti, italienischer Opernsänger, ist am 12.09.1935 in Modena geboren, verstarb am 6.09.2007 ebenfalls in Modena. Er gilt als der größte Opernsänger des XX Jahrhunderts. Sein Vater war Bäcker und sang parallel als Tenor im Chor der Stadt Modena mit. 1961 gewann Pavarotti einen Wettbewerb und hatte sein Debüt als Rudolfo in Puccinis La Bohème. Zwei Jahre später sang er in Covent Garden, 1965 in La Scala, 1968 Metropolitan Opera. Anschließend kamen Auftritte bei fast allen namenhaften Bühnen auf der ganzen Welt. Beginnend am 7.7.1990 in den Caracalla - Thermen in Rom (ein Tag vor dem Finale der Fußballweltmeisterschaft) initiierte er gemeinsam mit Placido Domingo und Jose Carrera weltweit bekannte Auftritte der "Drei Tenöre". Zu dritt begeistern sie Menschen u.a. auf dem Fußballstadion Wembley, Hyde Park in London, Madison Square Garden und Central Park in New York, unter dem Eifelturm in Paris oder Camp Nou in Barcelona, die zu Tausenden zu diesen Highlights strömten. Sehr oft konnte man ihn gemeinsam mit großen Popstars in Aktion erleben. Er sang gemeinsam u.a. mit Tracy Chapman, Eric Clapton, Celine Dion, Enrique Iglesias, Elton John, Annie Lennox, Ricky Martin, George Michael, Suzanne Vegą u.v.a. Öffentlich konnte man ihn zuletzt bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin 2006 hören, wo er die Arie Nessun dorma (Oper Turandot) gesungen hat.
 
Oktober 2007
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