platte RHAPSODY IN BLUE





Es war in einem Zug, erinnert sich George. Sehr oft sind gewöhnliche Zuggeräusche eine Inspiration für Musiker oder andere Künstler. Rhythmische und monotone Geräusche eines rasenden Zuges, die Schläge und Klopfen, Pendeln und Schwanken, Krach und Pochen. "Ich selbst höre Musik sogar im Herzen des Lärms" erzählte er Mal. Und genau dann, damals im Zug, hat ich sie zum ersten Mal gehört, gar gesehen, auf dem Papier, in ihrer ganzen Struktur, von Anfang bis Ende : die Rhapsody in Blue.
Am 12. Februar 1924 war es soweit. Im dritten Stock eines Gebäudes in der 42. Strasse in Manhattan, in der Aeolian Hall, das über 1000 Zuschauern Platz bot, fand die Uraufführung dieses bekanntesten und mittlerweile weltberühmten Stückes von George Gershwin statt : Rhapsody in Blue. Das Konzert wurde an diesem Abend, das unter dem Titel An Experiment in Modern Music stattfand, als vorletzte Komposition präsentiert. George Gershwin saß selbst am Klavier. Die Creme de la Creme der New Yorker Musikwelt hat sich hier versammelt. Und sie alle kamen auf ihre Kosten. Rhapsody in Blue zeigte, was viele für unmöglich hielten, dass eine Verschmelzung von Jazz und Klassik durchaus möglich ist und sehr aufregend sein kann. Jazz und Klassik vereint, für George Gershwin kein Problem. Diese Komposition gab den Anfang einer phantastischen Konzertkarriere von George Gershwin und das Stück selbst wird bis heute auf verschiedenste Arten interpretiert. Mit einer prächtigen Ovation brachten die Zuschauer ihre Begeisterung zum Ausdruck. Richtig ins Herz getroffen. Kaum ein anderes Musikwerk ist so amerikanisch wie die Rhapsody in Blue von George Gershwin, das Publikum erkannte es und zeigte sich entzückt.
Fast wäre es zu diesem Abend, zumindest in der Form, nicht gekommen. Ursprünglich, da der Musiker mit seinem Werk noch gar nicht fertig war, sagte er die Teilnahme an diesem Abend ab. Der Dirigent, Paul Whiteman, der das Event organisierte, setzte trotzdem Gershwin auf seine Liste, obwohl ihm seine Absage bekannt war. Überraschend las George an einem Morgen in der Zeitung, dass "George Gershwin an einem größeren sinfonischen Werk arbeitet, das am 12. Februar 1924 vorgestellt wird". So gab es kein zurück mehr : die Rhapsody in Blue musste geschrieben werden.
Das Werk hat George Gershwin weltberühmt gemacht. Er wurde nicht nur sehr bekannt, sondern auch reich. Das Geld kam von unzähligen Aufnahmen und Überarbeitungen, es gibt sogar eine Ballettversion der Rhapsody in Blue. Auch Paul Whitemann selbst konnte profitieren. Ab den 12.02.1924 war ein Rhapsody - Motiv das Erkennungszeichen seiner Orchestra.


Gewusst?
  • 1924
    * Am 21. Januar ist in UdSSR Lenin (Wladímir Iljítsch Uljánow) gestorben.
    * Es wird die Mongolische Volksrepublik gegründet.
    * Von Konrad Adenauer wird die erste Kölner Messe eröffnet.
    * Ernst Alexanderson schickt das erste Fax über den Atlantik.
    * Der Spielfilm "Quo Vadis" wird in Berlin uraufgeführt (nach dem gleichnamigen Roman von Henryk Sienkiewicz).
    * In Paris finden zwischen dem 4. Mai und 27. Juli die VIII. Olympische Spiele der Neuzeit statt.
    * Es werden Telly Savalas, amerikanischer Schauspieler, Doris Day, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin und Marlon Brando, amerikanischer Schauspieler geboren.
    * Giacomo Puccini, italienischer Komponist ist gestorben.
    * Es werden in den USA alle Indianer zu US-Bürgern erklärt. Bis jetzt war die Zuerkennung der Bürgerrechte an Indianer von individuellen Landesbesitz und der Herauslösung aus dem Stammesverband abhängig.
    In diesem Jahr wurde die Einwanderung in die USA zum ersten Mal einer Quote unterworfen. Die Einwanderung aus Nord- und Westeuropa wurde zugunsten der aus Ost- und Südeuropa eingeschränkt. 

Rhapsody In Blue - der Film

Mit 38 Jahren ist George Gershwin an Folgen eines Gehirntumors sehr jung gestorben. Wenige Jahre danach entsteht die Idee für einen Film über ihn. Ein Beweis für seine enorme Popularität. Seine Freunde und Zeitgenossen brennen darauf, mitzuwirken. Unter anderem spielt der Pianist Oscar Levent in dem Film mit. Im Jahr 1945 ist es soweit. Es entsteht ein Werk, das 2 Oscar - Nominierungen erhält (Musik und Ton) und ist ein Muss für jeden Gershwin und Musik - Fan geworden. Das Klavier, das die Gershwins sich anschaffen, wird bald von George erobert, obwohl er eher für seinen älteren Bruder gedacht war. Nach seinem Klavier - Unterricht erhält der junge Pianist eine Stelle bei einem Musikverlag. Bald danach hat er einen Vertrag bei dem Musical-Produzenten Max Dreyfus. Hier beginnt erst richtig seine Kariere. Zuerst waren es kleine "Dinge", die er schrieb, bald sollten große folgen. Und dann kam sie, die Rhapsody in Blue, die dem Autor nicht nur Ruhm brachte, sondern auch den Titel für diese hervorragende George Gershwin Biografie.

Regie: Irving Rapper
In der Hauptrolle als George Gershwin spielte Robert Alda.