china LANG, LANG

"Mit fünf nahm ich also an meinem ersten offiziellen Wettbewerb teil, dem Shenyang-Klavierwettbewerb, zu dem alle Klavierschüler der Stadt zugelassen wurden, die noch unter zehn Jahre alt waren - und ich gewann den ersten Preis. Danach gab ich mein erstes Konzert. [...] Ich fand es toll, auf der Bühne zu stehen, unter dem warmen Scheinwerferlicht und dem leidenschaftlichen Applaus des Publikums. Die Bühne kam mir vor wie ein behagliches Heim. In diesem Moment beschloss ich, Konzertpianist zu werden." So erinnert sich Lang Lang an seinen Entschluss, einen musikalischen  Lebensweg einschlagen zu wollen. Wie die Zukunft zeigen sollte, gelang es ihm sogar mit einem großen Erfolg diesen Traum zu realisieren. Einen sehr großen Anteil daran hatten seine Eltern. Sie kauften dem kleinen Lang Lang sehr früh ein Klavier und finanzierten seinen Klavierunterricht, seit er drei war. Der zukünftige chinesische Pianist wurde am 14. Juni 1982 in Shenyang geboren, zwei Jahre nachdem seine Eltern 1980 geheiratet haben. Mit neun Jahren zieht er mit seinem Vater in die Hauptstadt Chinas und beginnt ein Musikstudium bei Zhao Ping-Guo an der Zentralen Musikhochschule in Peking. Seit 1997 setzt er sein Musikstudium am Curtis Institut in Philadelphia bei Gary Graffman in den Vereinigten Staaten fort. Trotz seines jungen Alters hat Lang Lang bisweilen viele ganz große Auftritte vorzuweisen. Seinen Durchbruch erreichte er bereits mit 17 Jahren, als er 1999 bei dem Ravinia Festival das erste Klavierkonzert von Tschaikowski mit dem Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Christoph Eschenbach spielte. Es folgten weitere Auftritte weltweit, der Pianist besucht mehrmals Deutschland und wird dem Fernsehpublikum vorgestellt. Er unternimmt viele Konzertreisen und spielt unter vielen namhaften Dirigenten. Die DVD - Aufnahme seines Konzerts in der New Yorker Carnegie Hall von 2003, ein Meilenstein in der Karriere des damals gerade 21jährigen Pianisten, wurde mit einem Echo Klassik ausgezeichnet. Einen ganz großen Moment feierte Lang Lang, als er am 8. August 2008 vor Milliarden Fernsehzuschauern bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking am Klavier saß. Seine mittlerweile zahlreichen Veröffentlichungen erfolgten bislang unter dem Label Das Deutsche Grammophon (Universal) bis er 2010 zu Sony Entertainment wechselte.
(2012)

lang_lang

Videos auf Youtube
MP3 bei Musicload.de
Aktuelles bei Amazon
Ebay Auktionen
Konzertkarten bei Eventim



Kurz gefasst
  • Lang Lang im Internet: www.langlang.com
  • Bei den Namen des Künstlers, Láng Lǎng, treten in beiden Wörtern über der Buchstabe "a" jeweils unterschiedliche Häkchen auf, die die Bedeutung der Wörter bestimmen. Der Vorname bedeutet: Glanz und Sonnenschein, der Familienname dagegen: Gebildeter Herr.
  • Lang Lang war bis jetzt ein sehr willkommener Gast bei der Last Night of the Proms. Seinen ersten Auftritt hier hatte er 2001, zuletzt, zum sechsten Mal, im Jahr 2011. (2011)
  • Einem großen Fernsehpublikum in Deutschland wurde er dank seines Auftritts bei der damals noch von Thomas Gottschalk moderierten Show "Wetten, dass..?" 2006 bekannt. Auf einem roten "Steinway" präsentierte er einen Volksmusikstück aus China. Im Spiel hatte der Künstler wenig Glück und verlor seine Wette.[1]
  • Lang Lang begleitete 2009 musikalisch den amerikanischen Präsidenten Barack Obama bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo. Barack Obama wurde nach Theodore Roosevelt und Woodrow Wilson zum dritten amtierenden US-Präsidenten, dem diese Ehre zuteil wurde.
  • Bevor Lang Lang international bekannt wurde, gewann er viele Preise in China und wurde dort sehr bekannt. Noch vor seinem 17. Geburtstag erschien in chinesischer Sprache eine Biografie über ihn.
  • Mit seinem Durchbruch im Jahr 1999 kam es zu einer interessanten Geschichtewiederholung. Lang Lang spielte damals beim Chicago Symphony Orchestra vor und sprang für den erkrankten Andre Watts ein. Vor genau 35 Jahren war der junge Andre Watts bei einem Konzert der New Yorker Philharmoniker unter Leonard Bernstein für Glenn Gould eingesprungen, der ebenfalls erkrankte. Dieses Debüt quittierte das Publikum mit einer "Standing Ovation".
  • Anfangs 2012 ist Lang Lang unterwegs und besucht unter anderem auch Deutschland. Die Termine:
    21.02.2012 Hamburg (Musikhalle)
    23.02.2012 Baden-Baden (Festspielhaus)
    26.02.2012 Dresden (Semperoper)
    28.02.2012 Berlin (Philharmonie Berlin)
    01.03.2012 Wolfsburg (VW)
    03.03.2012 Bonn (Beethoven Halle)
    09.03.2012 München (Gasteig Philharmonie)
    10.03.2012 München (Gasteig Philharmonie).
    Für die Eintrittskarten mussten die Musikfans bis zu über 200 Euro bereit stellen.

Lang Lang - Live at Carnegie Hall

Lang Lang - live at carnegie hall

Disk: 1
1. Applaus
2. Abbeg-Variationen, op. 1 (Robert Schumann)
3-5. Piano Sonata in C major, Hob. XVI:50 (Joseph Haydn)
6-9. Fantasia in C major D 760 "Wanderer Fantasie" (Franz Schubert)
10-17. Eight Memories in Watercolor, op. 1 (Tan Dun)
18. Nocturne in D flat major, op. 27 no. 2 (Fryderyk Chopin)

Disk: 2
1. Reminiscences du Don Juan de Mozart S. 418 (Franz Liszt)
2. Träumerei (Robert Schumann)
3. Horses (after Huang Hai Hwai, Chen Rao Xing and Shen Li Qun)
4. Liebestraum, S. 541 no. 3 (Franz Liszt)

Audio CD, Deutsche Grammophon (Universal), 2004


Musik ist meine Sprache

"Übern, üben, üben!". Das ist das, worauf es in der Kindheit Lang Langs ankam. Stunden lang und das, bitte schön, jeden Tag. Und wenn es nur irgendwie möglich war, mal eben noch ein Stündchen dran zu hängen, wurde es auch getan. Der ehrgeizige Vater sorgte schon dafür, dass auf dem Weg zum "Üben" nur wenig dazwischen kam. Lang Lang macht daraus kein Geheimnis und erzählt geradeaus, wie sich alles in Peking abspielte. So ging es schon seit klein auf an. Die Erwartungen der Eltern, deren eigene musikalische Ambitionen nicht erfüllt wurden, an ihren neugeborenen Sohn waren enorm. Und sobald sich herausstellte, dass der Junge Talent hat, war seine Karriere "beschlossene" Sache. Jahre später, auf den Reisen von New York nach Paris, London, Rom oder Moskau, wird der bereits berühmte aber noch junge Pianist ein wenig nachdenklicher. Gibt es möglicherweise noch etwas, was nicht in einem Flugzeug, Konzertsaal oder Luxushotel untergebracht wurde?
"Als ich ein Kind war, bekam ich kaum eine Welt außerhalb der Musik zu sehen, denn die Musik war meine Welt."
Vielleicht daraus ergibt sich sein besonders großes Interesse für Kinder. Schon früher zeigte er ein Herz für die Kids und bekundete damit sein Neugier für eine Welt, die ihm selbst nicht gestattet wurde, kennenzulernen. Sein Engagement für Kinder ist heute nahezu legendär. Er spielt für und mit Kindern wo es nur geht, begeistert sie für klassische Musik, fordert sie musikalisch und dient mit seinem Talent unzähligen Benefizveranstaltungen. So blieb es nicht aus, dass eines Tages an seine Tür UNICEF anklopfte.
"Meine liebe Freundin Nora Benary, die bei den Vereinten Nationen arbeitete und meine Begeisterung für Kinder sah, machte mich mit dem Vorstandsvorsitzenden von UNICEF bekannt. Er lud mich ein, internationaler Goodwill-Botschafter für UNICEF zu werden, und schon einen Monat später wurde mir die große Ehre zuteil, zum jüngsten UNICEF-Botschafter überhaupt berufen zu werden."
So kündigte der Pianist daraufhin seine Termine und machte sich sofort als UNICEF-Botschafter auf den Weg nach Tansania, um im Lande der Massai zu schauen, was zu tun war, um Kindern zu helfen. Mit seinen Erinnerungen von der Reise ins Land des Kilimandscharo beendet Lang Lang seine Autobiografie. "Davor dachte ich meist nur an meine eigene Karriere", lautet einer der letzten Sätze. Jetzt hat der Künstler viel vor. Was sich geändert hat, ist sein Verhältnis zu dem Flügel mit der "Steinway" - Unterschrift. Auf dem neuen Weg soll das bisherige Ziel zum Mittel werden.

Lang Lang - Autobiografie

Lang Lang - Musik ist meine Sprache



Die Geschichte meines Lebens
Autobiografie

Ullstein
ISBN 978-3-548-37311-9


Gewusst?
  • Vor 100 Jahren
    2003 absolvierte Lang Lang sein großes Debüt in der ausverkauften Carnegie Hall in New York. Trotz, dass er sich bis dahin bereits großer Bekanntheit erfreute und viele wichtige Auftritte hinter sich hatte, war das Konzert der Durchbruch, der ihm den eigentlichen Höhenflug ermöglichte. Ähnliches geschah im Jahr 1903. Nach vielen durchaus erfolgreichen Versuchen gelang endlich der eigentliche Durchbruch und man konnte das sagen, wovon so lange geträumt wurde:
    I Can Fly

Lang Lang - Liszt

Liszt - My Piano Hero


1. Romance "O Pourquoi Donc", S 169
2. "La Campanella" From Grandes Etudes De Paganini, S 141/3
3. Consolation No. 3, S 172 / 3
4. Grand Galop Chromatique, S 219
5. Liebestraum No. 3, S 541/3
6. Hungarian Rhapsody No. 6, S 244/6
7. "Un Sospiro" From Trois Etudes De Concert, S 144/3
8. Hungarian Rhapsody No. 15, "Rakoczy March", S 244/15 - Horowitz Version
9. Ave Maria (Schubert), S 558 / 12
10. Liebestod From Tristan Und Isolde, S 447
11. Piano Concerto No. 1, S 124 (I Allegro Maestoso, II Quasi Adagio - Allegretto Vivace - Allegro Animato, III Allegro Marziale Animato


Auf den ersten Blick denkt man, dass sich Lang Lang wahrlich viel Zeit gelassen hat, um nicht zu sagen zu viel, bis er mit einer Liszt - CD herausrückte. Schließlich war es damals die Liszts Musik, die die berühmte Katze Tom am Piano zum Besten gab und den kleinen chinesischen Jungen mit Liebe zur Musik ansteckte. So erzählt Lang Lang sehr gerne die Geschichte, als er im Fernsehen, damals noch schwarzweiß, zum ersten Mal eine der Folgen von Tom und Jerry sah. In "Dem Katzenkonzert" trat Tom als Konzertpianist auf. Richtig im Smoking und mit Fliege. Lang Lang war von dem Auftritt hingerissen. Er fand es fabelhaft, eine Katze spielt Klavier! Dem Ereignis widmet er in seiner Autobiografie "Musik ist meine Sprache" gleich ein volles Kapitel. Betitelt mit "Tom und Jerry". Zu diesem Zeitpunkt war er gerade zwei Jahre alt und erst später erfuhr er, dass Tom die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Liszt spielte. Da der heutige Starpianist für seine Liszt - CD das Jahr 2011 wählte, hat aber einen bestimmten Grund. Liszt wurde 1811 geboren, genau vor 200 Jahren. 2011 war sozusagen das Liszt-Jahr. Der Pianist wählte gezielt dessen 200. Geburtstag für die Veröffentlichung und machte aus dem Album quasi ein Geburtstaggeschenk an den großen Komponisten. Dass er noch heute, genau wie damals als er zwei war, von Liszt beeindruckt ist, zeigt der Titel dieser CD: "Liszt - My Piano Hero".



Weitere Themen :
Kung Fu Ebenfalls aus China stammend: Mythos des Shaolin
Seidenstraße In Xi'an, wo 1974 die Terrakotta-Armee entdeckt wurde, beginnt auch die legendäre Seidenstrasse.

Google-Suche auf Music & Dance :

Mad
[1] - Ein von vielen Viedeos auf Youtube von seinem Auftritt bei "Wetten dass...?":
http://www.youtube.com/watch?v=E46BW2CvYdU
(2012)