france RAVEL, MAURICE

Der französische Komponist Maurice Ravel gehört neben Claude Debussy, der ihn stark beeinflusste, zu den wichtigsten Vertretern des französischen Impressionismus in der Musik. Ravel wurde am 7. März 1875 in Ciboure geboren. Sein Vater hatte schweizerische Wurzeln, die Mutter dafür baskische. In seiner Musik sind dann auch viele internationale Einflüsse erkennbar, spanische, orientalische oder russische. Er war z.B. von der Stärke und Originalität des russischen "mächtigen Häufleins" fasziniert. Seine musikalische Begabung wurde schon früh entdeckt und gefördert. Mit 7 Jahren erhielt er Klavierunterricht. In dem Zeitraum 1889 - 1905 besuchte er mit einer Unterbrechung das Pariser Konservatorium. Zu einem seiner Lehrer gehörte der französische Komponist Gabriel Fauré, der das Konservatorium seit 1905 auch als Direktor führte. Seine Versuche den Prestige - Preis, den Prix de Rome, zu ergattern schlugen fehl. Fünf mal nahm er hierzu den Anlauf. Noch vor dem Übergang ins XXI - Jahrhundert hatten vor allem Isaac Albeniz, Erik Satie und Emmanuel Chabrier großen Einfluss auf den Musiker. Danach zählte er selbst zu den großen Pionieren des Impressionismus und rivalisierte mit Claude Debussy um den Titel des Vorläufers dieser Gattung. 1928 wurde er mit Ehrendoktorwürde der Universität Oxford ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde ebenfalls sein bekanntestes und berühmteste Werk "Bolero" uraufgeführt. 1932 erlitt der Künstler einen Autounfall, dessen Folgen er bis zum seinem Tod verspürte. Nach einem langen unheilbaren Nervenleiden, an dem er seit 1933 litt, starb der Musiker am 28. Dezember 1937 in Paris. Er blieb sein Leben lang unverheiratet und hinterließ keine Kinder. Ravel komponierte seine Werke immer zuerst auf dem Klavier. Erst dann wurden sie für größere Musikformen bearbeitet. Zu seinen wichtigsten Kompositionen gehören die Orchesterwerke "Bolero", "Shéhérazade" und "La Valse", die Klaviersuite "Le Tombeau De Couperin", die Oper "Daphnis und Chloé", Klavierkonzert in G-Dur, die Oper "L’Heure espagnole" und andere.

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Ravel - Bolero

Wie schon so oft bei großen Werken wurde auch dem Bolero der schwierige Start nicht erspart. Die Komposition entstand 1928 auf Bestellung der Tänzerin, Schauspielerin und Choreografin Ida Rubinstein. Die Ballett - Premiere, die am 22. November 1928 in Paris unter Beteiligung der Tänzerin stattfand, wurde zwar auf Anhieb ein großer Erfolg, doch man schien sich eher für die tänzerische Fähigkeiten von Ida Rubinstein zu begeistern als für die Musik. Dargestellt wurde die Inszenierung als Tanz einer jungen Spanierin auf einem, mitten in einer Bauern - Kneipe stehendem Tisch. Vorerst interessierte sich niemand für die junge Tänzerin, doch nach und nach wuchs die Dynamik und die Spannung der Vorstellung wodurch sich immer mehr Zuschauer rund um den Tisch versammelten.
Die erste Vorstellungen von Bolero als Konzert - Stück wurden dagegen ablehnend entgegengenommen und fanden überhaupt keinen Applaus. Man empfand das Stück zu langweilig und vor allem zu monoton. Es folgten Pfiffe und Proteste. Doch nach und nach setzte sich die "langweilige" Komposition durch.
Heute gehört Bolero zu den am meisten vorgeführten Orchester - Stücken überhaupt.

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Kurz gefasst
  • Unter den Lehrer von Maurice Ravel findet sich auch Emile Descombes. Emile Descombes (1829 – 1912) war ein ehemaliger Schüler von Frederic Chopin.
  • Als Maurice Ravel sein bekanntestes Werk vorstellte, den Bolero, war er 53 Jahre alt.
  • Ravel selbst zu seinem Meisterwerk: "Schade nur, dass der Bolero überhaupt keine Musik enthält".
  • Heute ist der Bolero eines der meistgespielten klassischen Kompositionen weltweit. Und da Bolero so oft und von so vielen gespielt wird, gibt es sehr viele unterschiedliche Interpretationen. Das liegt vor allem in der unterschiedlichen Interpretation der Geschwindigkeit. Ravel selbst soll gesagt haben, dass der Bolero siebzehn Minuten lang dauert. Einige Einspielungen dauern allerdings nur 14 Minuten, wurden also viel schneller gespielt. Als herausragende Interpretationen gelten die von Herbert von Karajan (16 Minuten), Daniel Barenboim (16,5 Minuten) und Stanisław Skrowaczewski (17,5 Minuten).
  • Eine der beeindruckendsten tänzerischen Darbietungen von Bolero lieferten bei den Olympischen Winterspielen in Sarajevo 1984 Jayne Torvill und Christopher Dean. Für ihre Kür zu der Bolero - Musik von Maurice Ravel bekamen sie neunmal die höchste Note 6,0 und gewannen die Goldmedaille. Der Auftritt wurde weltberühmt, das Paar selbst wurde zum Sportler des Jahres in Großbritannien gewählt. Ein besonderes Ereignis, da zum ersten Mal diese Ehrung gleichzeitig an zwei Personen ging. Der Auftritt von Jayne Torvill und Christopher Dean zählt bis heute zu den größten Ereignissen der Eiskunstlauf-Geschichte. [1]




[1] - Jayne Torvill und Christopher Dean auf YouTube (2011):
http://www.youtube.com/watch?hl=de&v=t2zbbN4OL98&gl=DE