VERDI, GIUSEPPE |
Giuseppe Verdi war ein italienscher Komponist und
Musikdramatiker der Romantik, der vor allem durch seine Opern berühmt wurde.
Geboren wurde er in einfachen Verhältnissen am 10.10.1813 in Le Roncole (heute
zu Bussetto, Provinz Parma, Italien). Sein Talent wurde früh entdeckt und er
konnte bereits ab 1823 das Gymnasium besuchen. Trotzdem wurde er 1832 am
Konservatorium in Mailand abgewiesen, bekam aber Privatunterricht bei Vincnco
Lavigna. 1836 wurde er städtischer Musikdirektor in Mailand und heiratete die
Tochter von Barezzi, einem Kaufmann der ihm in seinen Anfängen viel half. Die
Ehe fruchtete aber nicht, die zwei Kinder starben kurz nach der Geburt und auch
Margherita, seine Frau verstarb. Dies und einige Misserfolge bei seinen
Opernaufführungen führten zu seinem Entschluss nicht mehr zu komponieren. 1842
konnte ihn der Direktor der Mailländer Scala, wo Verdis Opern aufgeführt wurden,
doch noch zu einer Komposition überreden, woraus dann „Nabucco“ entstand, die
ihm, auch international, den Titel „führender ital. Opernkomponist“ einbrachte.
Die Darstellerin der Abigaille wurde später seine zweite Ehefrau. Um seinen
Lebensunterhalt zu verdienen, schrieb Verdi mehrere Opern hintereinander, von
welchen es aber nicht alle in die großen Opernhäuser schafften. Lediglich
„Macbeth“ (1847) und „Lusia Miller“ (1849) wurde diese Ehre zuteil. 1849 zog er
auf das Landgut in Sant‘ Agata nahe Roncole zurück, um dort sein Schaffen
fortzusetzten. Die drei folgenden Opern werden noch heute als Verdis Höhepunkt
bezeichnet: „Rigoletto (1851), „Il Trovatore“ (1853) und „La Traviata“ (1853).
Diesem Erfolg verdankte er seine weiteren Anstellungen in der Pariser Oper, dem
Mariinski-Theater in St. Petersburg und in der Weltausstellung in London. Hier
entstanden „Maskenball“ (Rom 1859), „Die Macht des Schicksals“ (St. Petersburg
1862), „Don Carlos“ (Paris 1867) und „Aida“ (Kairo 1871), für das neue Kairoer
Opernhaus geschrieben, das mit Verdis „Rigoletto“ eingeweiht wurde. Sein
Verleger Giulio Ricori wollte sich mit dem Erreichten aber nicht zufrieden geben
und veranlasste, dass Verdi noch weiter komponierte. Also schrieb Verdi mit etwa
70 Jahren seine wohl reifsten Opern, „Othello“ (Mailänder Scala 1887) und
„Falstaff“ (Scala, 1893). Verdi starb am 27.01.1901 aufgrund der Folgen eines
Schlaganfalls und wurde in der Gruft seines gestifteten Altersheim beigesetzt.
(2/2010)
|
|

|
|
Kurz gefasst
- 1872 wurde Giuseppe Verdi zum Senator des Königreichs
Italien ernannt.
- Verdi war für seine starke Melodieführung, die Charaktertiefe seiner
Personen und seine Ensemblegestaltung, die das Orchester raffiniert in den
Hintergrund setzte, bekannt.
- Verdi errichtete ein Altenheim für ehemalige Musiker Mailands, genannt
„Casa di Riposo per Musicisti“.
- Insgesamt schrieb Verdi über 26 Opern.
- Sein größter Gegenspieler war Richard Wagner, der im selben
Jahr geboren wurde. Beide prägten die Kultur des 19. Jahrhundert, ihre Opern
ähnelten sich aber kaum.
 |
Giuseppe Verdi
La Traviata
Oper in drei Aufzügen
Verdi auf die Frage, welcher seiner eigenen Opern er am meisten schätze :
"Als Liebhaber gesprochen, La Traviata,
als professioneller Komponist, Rigoletto"
Reclam
ISBN - 13: 978-3-15-004357-8
ISBN - 10: 3-15-004357-3
www.reclam.de
"La Traviata" musste einen etwas längeren Weg zurücklegen, bevor es ihr
gestattet wurde, zu einer der berühmtesten Opern überhaupt aufzusteigen. Das
Werk wurde dem Publikum zum ersten Mal am 6. März 1853 vorgestellt und ... ist
durchgefallen. Der zweite Versuch, der am 6. Mai 1854 stattfand, gelang zwar,
aber man konnte oder wollte sich mit dem Titel "La Traviata" (Die vom Wege
Abgeirrte) nicht anfreunden. So wurde vorläufig die "La Traviata" in "Violetta"
umbenannt. Der Originaltitel der Oper, unter dem wir sie heute kennen, setzte
sich erst zu späterem Zeitpunkt durch. Die berühmteste Interpretin von "La
Traviata" war Maria Callas. Ihre in der La Scala gesungene "La Traviata" wurde
zu der "La Traviata" des Jahrhunderts. |
|
|