buch Kölner gegen Rassismus und Neonazis





Freundliches Miteinander, Offenheit, Neugier aufs Neue, Bereitschaft zum Umdenken, das Akzeptieren, Respektieren und Achten des Anderen - man wundert sich und staunt, dass es immer wieder notwendig ist, darüber zu diskutieren. Wird man mit diesen offensichtlichen Werten etwa nicht bereits geboren? Nein, wird man nicht. Die Wirklichkeit holt uns ein und lehrt etwas anderes. Trotz der unbestrittenen Tatsache, dass genau das oben Erwähnte uns ein Europa bescherte, auch wenn mit einigen negativen Nebenwirkungen, von dem unsere Vorfahren nicht mal zu träumen wagten, durchströmte Deutschland Anfang der 90er Jahre eine gewaltige Menschenhass-Welle, die weltweit für eine negative Publicity sorgte. Um den ausländerfeindlichen Übergriffen entgegenzuwirken schlossen sich 1992 die Kölner Künstler zusammen und gaben in Köln ein Konzert : "Kölner gegen Rasismus und Neonazis". Zu der Aktion wurde 1992 ein Buch "Arsch huh, Zäng ussenander" veröffentlicht, in dem das Konzert und die Stimmen aller Beteiligten beschrieben und festgehalten wurden.
Kölner gegen Rassismus und Neonazis

Kölner gegen Rassismus und Neonazis

Arsch huh, Zäng ussenander!
Kiepenheuer & Witsch Verlag (KiWi)
Köln 1992

192 Seiten, Preis 10 DM.

ISBN 3462022725


"Aber zu den Geburtstagen bin ich nie eingeladen worden. Es hieß dann immer, es kommen schon so viele. Das tut weh, und das Schlimmste ist: Man wird doch jeden Tag aufs neue mit Problemen dieser Art konfrontiert. Es ist wie eine verheilte Wunde, die immer wieder aufgerissen wird. Es gibt zu klein geratene Menschen, es gibt dicke Menschen usw. Aber sie können in der Masse untertauchen. Das kann man als Schwarzer unter Weißen nicht".
(Shary Reeves)

Das sind ganz heiße, ungemütliche und unbequeme Themen, die in dem Buch angesprochen werden. Themen die noch heute leider durchaus aktuell sind. Ausländerhass - bekannt unter dem Oberbegriff Rassismus - Gewalt gegen das Unbekannte, Angst davor, Fremdenhass, Intoleranz, Aussiedler, Asylanten, Muslime, Juden, Minderheiten sowie alle und alles was sich hassen und zum Sündenbock machen lässt. Im Buch findet man Texte, darunter viele sehr gute, Liedertexte, Reden und weitere Stimmen von Künstlern, Journalisten und Schriftstellern rund um das Thema "Gegen Rassismus und Neonazis".
"Wir alle spielen am 9.11.1992 auf dem Chlodwigplatz und wollen so dazu beitragen, die weitverbreitete Sprachlosigkeit zu der Entwicklung in unserem Land zu beenden"
so fing die Erklärung an, mit dem sich die Kölner Musiker an die Öffentlichkeit wandten, um auf die wachsende Ausländerfeindlichkeit in Deutschland hinzuweisen. Am 9.11.1992 fand dann in Köln das Konzert statt, das über 100.000 Menschen besucht haben und das in die Geschichte der Stadt eingegangen ist. Im Kreis der Musiker neben BAP auch Brings, Bläck Fööss, The Piano Has Been Drinking, Jürgen Zeltinger, Höhner, L.S.E, Viva La Diva. Über die Veranstaltung erstattete WDR einen Live – Bericht. Klaus Bednarz  von der Bühne :
"Nazis verpisst Euch, niemand vermisst Euch!" .
BAP spielt u.a. natürlich das Stück "Kristallnaach".

"Friedlich zerstreut sich die Menge von 100.000 Teilnehmern, nicht ohne den anliegenden Kneipen noch eine lange Nacht zu bescheren. […] Es war ein bedeutender Abend für die Stadt Köln und ihre Bürger, ein Zeichen von Solidarität auf und vor der Bühne, ein Zeichen, das hoffentlich Ort und Datum überdauert."
Die Erlöse aus dem Buch- und gleichnamigem CD-verkauf  (Arsch Huh, Zäng ussenander) fließen in einen Fonds der AG Arsch Huh, um weitere Aktionen zu ermöglichen und zu unterstützen.




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