austria FALCO

"Der Kommissar", "Rock Me Amadeus", "Jeanny" oder "Out Of The Dark", das sind die Hits die den österreichischen Sänger, der oft für den ersten weißen Rapper der Welt gehalten wird, unsterblich gemacht haben. Falco wurde am 19. Februar 1957 in der österreichscher Hauptstadt Wien als Jahann Hans Hölzel geboren, starb tragisch am 6. Februar 1998 in der Dominikanischen Republik gelegenen Puerto Plata. Das musikalische Talent bei dem einzigen überlebenden der Drillinge wurde schnell entdeckt. Mit vier bekommt er ein Piano und es dauert nicht lange bis man ihn als einen "kleinen Mozart" bezeichnet. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt, den er 1963 in seiner Grundschule absolvierte, spielte er den wohl bekannten und mit Österreich untrennbar verbundenen Walzer "An der schönen blauen Donau". 1977 macht sich Falco auf nach Berlin, wo er ein Jahr lang in diversen Rockbands musikalische Erfahrungen sammelt. Nach der Rückkehr trat er mit der Gruppe Hallucination Company auf und während einer Tour nannte er sich "Falco". Mit seinem ersten Hit "Ganz Wien", den er gemeinsam 1979 mit der Band Drahdiwaberl, wo er als Bassist spielte, aufnahm, sorgte Falco gleich für Aufregung. Es hieß hier, ganz Wien stünde unter Kokain. Ab 1980, nach der Bekanntschaft mit dem Komponisten und Produzenten Robert Ponger, arbeitet er auf eigene Rechnung, präsentiert 1981 den Titel "Der Kommissar" und landet damit auf dem ersten Platz in österreichischen Charts. Das gleiche geschieht mit seinem Debütalbum "Einzelhaft", das er 1982 veröffentlichte. Ganz unerwartet wird Falco von heute auf morgen gleich zu einem Weltstar und Millionär in einem. Ab 1985 arbeitet er gemeinsam mit den Brüdern Bolland und präsentiert "Rock me Amadeus", ein Stück, das Geschichte macht. "Rock me Amadeus" wird zum ersten und bis jetzt auch einzigen deutschsprachigen Lied, das es bis zur Pole - Position in den US-amerikanischen Singlecharts bringt. Das Stück kommt aus dem Album "Falco 3", das in den USA auf Platz 3 aufstieg. Ein weiterer Erfolg war der zweite Titel aus dem Album "Falco 3", "Vienna Calling": Platz 18 in den USA. Seit 1996 ist Falco in der Dominikanischen Republik zu Hause, wo er am 6. Februar 1998 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Seine weiteren Studioalben sind "Junge Roemer" (1984), "Emotional" (1986), "Wiener Blut" (1988), "Data de Groove" (1990) und "Nachtflug" (1992). Nach seinem Tod wurden noch "Out Of The Dark (Into The Light)" (1998), "Verdammt wir leben noch" (1999) und "The Spirit Never Dies" (2009) veröffentlicht.
(2010)

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Alles klar, Herr Kommissar?

Die Verbindung von Falco mit dem Rap ist vor allem auf seinen ersten großen Hit "Der Kommissar" (1981) zurückzuführen. Rap selbst war zu diesem Zeitpunkt keine Neuheit mehr, auch wenn in Europa gerade im Kommen. Die zwei größten Exportartikel des Hip Hops aus der New Yorker Bronx, Breakdance und Rap, hatten ihre Anfänge in den frühen 70er Jahren. Mit "Der Kommissar" stellte Falco allerdings aus deutscher Sicht etwas ganz Neues auf die Beine und wurde damit sehr erfolgreich. "Der Kommissar" kommt in Deutschland und Österreich auf Platz 1, belegt Platz 2 in der Schweiz, verkauft sich millionenfach, bricht die Atlantik - Mauer und erreicht die amerikanischen Single - Charts. Das Stück bringt sozusagen die erste Botschaft nach Amerika: Macht euch bereit, bald kommen wir. Und sie kamen: Nena mit "99 Luftballons" und etwas später er selbst mit "Rock Me Amadeus". Sie machen das Unmögliche möglich: Deutschsprachige Hits belegen in dortigen Charts die obersten Plätze. Thematisch hätte es mit "Der Kommissar" große Probleme geben können. Was das bedeutet, wusste Falco sehr gut. Sein früheres Stück "Ganz Wien", in dem er alle Wiener zu Drogenkonsumenten machte, gefiel nicht jedem. Im Radio wurde das Stück regelrecht boykottiert, in der Wiener "Unterwelt" wurde er dagegen zu einer Art Hymne. So könnte es auch mit "Der Kommissar" passieren. Auch hier wurde Kokain zum großen Thema. Es kam aber anders. Vor allem aber die Art, wie hier "gesungen" wird und die eingesetzten Mittel machen das Stück zu einer Besonderheit. Falco brachte hier einen Mix aus Deutsch, Englisch und den Wiener Slang ins Spiel. Mit diesem Hit und auch weiteren sowie den riesigen Erfolgen, die sie mit sich brachten, initiierte Falco praktisch den deutschsprachigen Sprachgesang, die deutschsprachige Rap-Kultur. Und das alles, damit die Story interessanter wird, geschah per Zufall. Die Musik zu "Der Kommissar" schrieb der Produzent Robert Ponger. Er suchte sich für das Stück als Interpreten ursprünglich aber nicht Falco, sondern Reinhold Bilgeri aus, einen österreichischen Musiker, der sich bereits mit Rap versuchte. Der erkannte das Potenzial des Materials aber nicht und lehnte den Song ab. So kam "Der Kommissar" zu Falco, der den Text schrieb und ihn zum Hit machte. Bald coverte man den Song, jeder möchte, falls machbar, auch für sich ein Stückchen vom Kuchen ergattern. Erfolgreich wird damit Laura Branigan, die das Stück unter dem Titel "Deep In The Dark" auf ihrem Album "Branigan 2" 1983 veröffentlichte. Die britische Band After the Fire schaffte es mit ihrem Cover sogar auf Platz 5 in den USA. "Der Kommissar" ist bei weitem nicht so erfolgreich gewesen, wie der spätere Hit "Rock Me Amadeus", mit dem Falco 1985 Welterfolge einheimste. Dürfte aber zu seinen wichtigsten zählen. Mit "Der Kommissar" schaffte er nämlich eine Basis, ein Fundament und eine Startbahn gleichzeitig, von der er später seine ganz großen Flüge absolvieren konnte. Übrigens, wenn jemand denkt, der Künstlername "Falco" hat etwas mit Falken und Fliegen zu tun, liegt damit gar nicht so falsch. Den Namen wählte er zu Ehren dem aus der ehemaligen DDR stammenden Skispringer Falko Weisspflog. Er war von dem Sportler, der auch Falke genannt wurde, so fasziniert, dass er sich eben für den Namen entschied. Damals ahnte er sicher nicht, wie hoch bald seine eigenen Flüge ausfallen werden. Dann würde nämlich diese Seite ganz sicher nicht "Falco" sondern das Thema "Adler" behandeln müssen.
  Die größten Hits von Falco

•   Der Kommissar (1981, D #1 / Cha Cha Cha)  
•   Maschine brennt (1982, D #10)  
•   Rock Me Amadeus (1985, D #1, GB #1, USA #1 / Foxtrott)  
•   Vienna Calling (1985, GB #10, D #4 / Cha Cha Cha)  
•   Jeanny, Part 1 (1985, D #1 / Blues)  
•   The Sound Of Music (1986, D #4)  
•   Coming Home (Jeanny, Part 2) (1986, D #1)  
•   Wiener Blut (1988, D #9 / Cha Cha Cha, Discofox)  
•   Out Of The Dark (Into The Light) (1998, D #2 / Blues)  
•   Egoist (1998, D #4 / Foxtrott)  

Kurz gefasst
  • Falco im Internet : www.falco.at
  • Das Grab von Falco befindet sich in Wien auf dem Zentralfriedhof.
  • Die letzte Single, die noch während Falco lebte veröffentlicht wurde, heißt "Naked". Produktion übernahm hier Torsten Boerger.
  • Bei dem tödlichen Unfall in der Dominikanischen Republik war Falco das einzige Todesopfer. In einem Interview ließ er wissen: "Wenn ich schon mal zu früh sterben sollte, dann wie James Dean - auf einer Kreuzung, im Porsche. Zack. Aus". Dem Wunsch wurde entsprochen, auch wenn mit einer kleinen Änderung: es war ein Mitsubishi.
  • 2000 stellte das Theater des Westens in Berlin das Musical "Falco Meets Amadeus" über das Leben von Falco aus.

Rock Me Amadeus

"Rock Me Amadeus" ist das erfolgreichste und bekannteste Stück von Falco. Der Titel stammt aus dem dritten Album von Falco "Falco 3". "Rock Me Amadeus" erreicht nicht nur in Österreich und Deutschland den ersten Platz der Charts. Der Titel setzte sich weltweit durch, erreichte u.a. auch in Kanada, Südafrika oder Neuseeland und Japan den höchsten Rang in den Charts. Vor allem aber ist er der erste deutschsprachige Hit, der in den USA die Spitzenposition der Charts erreichte. Komponiert wurde der Titel von den Brüdern Ferdi und Rob Bolland aus Holland. Die Zusammenarbeit kam auf Vorschlag von dem Falcos Manager Horst Bork zustande. Die Idee zum Song lieferte der Milos Formans Film "Amadeus", der zu dieser Zeit für die große Beliebtheit von Wolfgang Amadeus Mozart führte. Der Film, der 1984 in Kinos kam, wurde 1985 mit insgesamt acht Oscars ausgezeichnet. Alle Titel auf dem Album :
01. Rock Me Amadeus
02. AmericaTango
03. The Night
04. Munich Girls
05. Jeanny
06. Vienna Calling
07. Männer des Westens
08. Nothing Sweeter Than Arabia
09. Macho Macho
10. It’s All Over Now, Baby Blue

Falco - Emotional

FALCO EMOTIONAL

Audio CD, Teldec, Produced and arranged by Rob Bolland and Ferdi Bolland for TELDEC

"Emotional", Falcos viertes Studioalbum aus dem Jahr 1986, hat sehr gut abgeschnitten und konnte in Deutschland den ersten Platz in den Charts einnehmen. Seine einzige Platte, die in Deutschland Pole Position erreichte. Ebenfalls sehr erfolgreich wurde die ausgekoppelte Single "Coming Home (Jeanny Part 2, ein Jahr danach)". Auch der Titel konnte als Single den ersten Platz in den deutschen Charts erreichen. Das Kunststück gelang Falco damit in Deutschland zum vierten Mal. Allerdings gleichzeitig auch zum letzten Mal. In Österreich belegte die Single lediglich den vierten Platz.

01. Emotional (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco)
02. Kamikaze Cappa (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco)
03. CrimeTime (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco)
04. Cowboyz And Indianz (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco, G. Plez)
05. Coming Home (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco) (Jeanny Part 2, ein Jahr danach)
06. The Star Of Moon And Sun (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco)
07. Les Nouveaux Riches (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco)
08. The Sound Of Musik (R.+ F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco)
09. The Kiss Of Kathleen Turner (R. + F. Bolland / R. + F. Bolland, Falco)

Isabella

Nach seinem Debütalbum "Einzelhaft", mit dem er 1982 großen Erfolge feierte, begannen bei Falco die Alkohol- und Drogenprobleme. Der Erfolg für den damals 25. Jahre jungen Musiker brachte auch viel Stress und Angst mit sich, mit weiteren Produktionen die jetzt so hoch gestellte Latte nicht mehr überspringen zu können. Als er 1985 in Graz seine spätere zu diesem Zeitpunkt allerdings noch verheiratete Frau Isabella Vitkovic kennenlernt, die auch gleich ihre Schwangerschaft bekundet hatte, hoffte Falco, dass mit Familie und Kind Ruhe und Stabilität in sein Leben den Einzug finden würden. Am 13. März 1986 brachte Isabella ihre Tochter Katharina Bianca zur Welt. Zwei Jahre später fasste das Paar den Entschluss und am 17. Juni 1988 heiraten die beiden. Die Zeremonie fand in aller Stille in Los Angeles statt. Nicht mal die Mutter vom Falco wusste Bescheid. Falco widmet Katharina Bianca sein viertes Album "Emotional", das 1986 erschienen ist. Die Ehe mit Isabella hielt nicht lange. Nach 309 Tagen vollziehen die beiden die heutzutage so in Mode gekommene Scheidung. Die Geschichte findet ihre Fortsetzung im Jahr 1993. Ein Vaterschaftstest ergab, dass Falco nicht der biologische Vater von Katharina Bianca war.
Gewusst?
  • Hardy
    Mindestens zwei Ereignisse brachte das Jahr 1957 mit sich. Zum einen wurde Falco geboren, zum anderen ist Hardy gestorben. Beide Ereignisse hatten Folgen. Von zwei außerordentlich erfolgreichen Geschichten fand eine ihren Anfang, die andere ihr Ende.
    L & H