france PIAF, EDITH

Der "Spatz von Paris", Edith Piaf, wurde am 19. Dezember 1915 als Edith Giovanna Gassion in Paris geboren. Die Kindheit verbrachte sie bei Großmutter, mit sieben geht sie mit ihrem Vater und einem Wanderzirkus auf Tournee. Ihre Karriere, die sie weltberühmt und zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen Frankreichs machte, begann auf den Straßen von Paris, wo sie mit fünfzehn zu singen anfing. Sie wurde hier kurz danach von einem Nachtclubbesitzer entdeckt und begann in seinem Kabarett "Le Gerny's" aufzutreten. Bereits hier bekam sie das Pseudonym "La Môme Piaf" (Kleiner Spatz) unter dem sie dann weltbekannt wurde. Nicht zuletzt ist der Name auf ihre Größe zurückzuführen, Edith Piaf war nur 147 cm groß. Im Jahr 1936 nimmt sie für das Label Polydor ihre erste Schallplatte auf. Kurz danach bricht der zweite Weltkrieg aus, die Sängerin bleibt jedoch in Paris, tritt weiterhin auf und arbeitet verdeckt für den französischen Widerstand. Während ihr Bekanntheitsgrad stetig wuchs, verhalf sie vielen anderen Sängern zum Durchbruch. Hierzu gehören u.a. Yves Montand, mit dem die Sängerin ein mehrjähriges Verhältnis hatte, Georges Moustaki, Eddie Constantine, Gilbert Bécaud und Charles Aznavour. Edith Piaf war zwei mal verheiratet. Zuerst in den Jahren 1952 bis 1956 mit Jacques Pills, seit 1962 mit Theophanis Lamboukas, bekannt als Théo Sarapo. Edith Piaf, nicht selten als der "Exportartikel Frankreich" bezeichnet, erlitt in ihrem Leben viele Schicksalsschläge, die sie nach und nach in die Tablettensucht und den Alkoholismus trieben. Demzufolge musste sie sich mehreren Entziehungskuren unterziehen. Ende der 50er Jahre wurde bei ihr Krebs diagnostiziert, sie arbeitete aber weiter und gab Konzerte. Die Sängerin hatte auch Auftritte im Ausland, u.a. feierte sie große Erfolge in den USA. Ihre einzige Tochter starb im Alter von 2 Jahren 1935. Sie selbst starb im Alter von 47 Jahren am 10. Oktober 1963 und wurde mit einem Begräbnis, an dem über 40 Tausend Menschen teilnahmen, auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris beigesetzt. Noch heute werden auf ihr Grab frische Blumen gelegt, ihre Lieder nach wie vor weltweit gern gehört und immer wieder neu aufgenommen. Die Sängerin, die längst zu einer Legende und Inspirationsquelle für viele Musiker geworden ist und nach dem Motto "Genieße das Leben in vollen Zügen, ohne Hemmungen und ohne Kompromisse"; lebte, verkündete 1960 kurz vor ihrem Tode mit dem Lied "Non, je ne regrette rien“ der ganzen Welt : "Nein, ich bereue nichts!".
(2010)

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  Die größten Hits von Edith Piaf

•   Milord (1960, D #1)  

Kurz gefasst
  • Piaf hatte in den Jahren 1948-49 eine Romanze mit dem Boxer Maecel Cerdan. Der französische Profiboxer war Weltmeister im Mittelgewicht. Zu dem Zeitpunkt der Affäre mit Piaf war er verheiratet. Er kam 1949 mit 33 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Maecel Cerdan ist die größte Liebe ihres Leben, von seinem tragischen Verlust hat sie sich nie wieder richtig erholt.
  • Der Nachwelt hinterließ Edith Piaf etwa 300 Chansons.
  • Am 9. Oktober 1962 heiratete sie Theophanis Lamboukas (Théo Sarapo). Ihr neuer Ehemann war 21 Jahre jünger als sie. In der Zeit war eine solche Ehe kein "Normalfall", wodurch diese Eheschließung für Gerede aber auch Ablehnung sorgte. Ihr Ehemann, dem sie ebenfalls in seiner Karriere als Sänger geholfen hat, war zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt. Théo Sarapo starb 1970 im Alter von 34 Jahren bei einem Autounfall.
  • Im Jahr 1977 entstand in Paris an der Rue Crespin du Gast Nr. 5 ein Museum, das der Sängerin gewidmet wurde. Gegründet hat das Museum Bernard Marchois, ein großer Fan und Verehrer von Piaf, der sie persönlich kannte. Bernard Marchois schrieb zwei Biografien über sie und hat den Vorsitz bei der Gesellschaft "Freunde von Edith Piaf", die 1967 ins Leben gerufen wurde. Das Betreten des Museums ist nur gegen Voranmeldung möglich. Der Eintritt ist frei. Das Museum befindet sich in dem Viertel von Paris, in dem die Sängerin ihre Kindheit verbrachte.
  • Das erfolgreichste Album von Edith Piaf war "Les Plus Grands Succes". Das Album, das 1963 veröffentlicht wurde, erreichte in Deutschland den 8. Platz der LP - Charts.
  • Piaf hatte auch ein kurzes Verhältnis mit dem französischen Sänger und Lyriker Georges Moustaki. Er schrieb für sie den Text für den Chanson "Milord", der bekannteste und größte Hit von ihr. Die Musik stammt von Marguerite Monnot.
  • 2007 ist Edith Piaf wieder da. Der französische Filmregisseur Olivier Dahan drehte einen Film über die französische Ikone. Die Hauptrolle übernahm Marion Cotillard. Mit dem Streifen wurden am 8. Februar 2007 die 57. Internationalen Filmfestspiele in Berlin eröffnet. "La Môme", deutscher Titel "La vie en rose", wurde mit unzähligen Preisen ausgezeichnet und brachte es auf zwei Oscars. Einen davon erhielt Marion Cotillard in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin.
  • 2006, im Alter von 88 Jahren, starb der französische Chansontexter Pierre Delanoe. Der Texter, mit dessen Lied auch der erste Grand Prix Eurovision - Sieg nach Frankreich geholt wurde, schrieb auch Lieder für Edith Piaf.
  • Als Dreijährige erblindete sie plötzlich. Da die Ärzte hier nicht helfen konnten, nahm ihre Großmutter sie auf eine Pilgerfahrt zum Grab der heiligen Therese von Lisieux (1873–1897) mit. Der Ausflug und die Gebete endeten mit einem überraschenden Erfolg. Edith wurde geheilt und gewann ihr Augenlicht zurück.
  • 2003 wurden sechs alte und völlig unbekannte Lieder von Edith Piaf gefunden. Die Entdecker waren Eric Didi und Marc Monneray. Die Lieder, die während des zweiten Weltkrieges aufgenommen wurden, fand man in den Archiven der Pariser Nationalbibliothek.
  • 2007 covert Markus Becker mit den Mallorca Cowboys den Hit "Milord" von Edith Piaf, verwandelt ihn in ein Kinderlied unter dem Titel "Das Rote Pferd" und bringt damit die Urlauber auf den spanischen Urlaub - Stränden zum Tanzen. In der Form wurde "Milord" 47 Jahre nach der Entstehung zu einem Partykracher.

Einige bekannte Chansons von Edith Piaf

•   Mon légionnaire (1936, Monnot / Asso / Roger, die französische Komponistin und Konzertpianistin Marguerite Monnot arbeitete 25 Jahre mit Piaf zusammen und komponierte für sie unzählige Lieder u.a. auch Milord, eines der bekanntesten Lieder von ihr.)   
•   Le Fanion de la Légion (1936)   
•   L'Accordéoniste (1940, Michel Emer)   
•   Tu es partout (1943)   
•   La vie en rose (1945, Louiguy / Piaf / David, die erste ganz große Nummer von ihr, wurde zum Millionenseller und belegte in den USA den 23., in Großbritannien den 10. Platz in den Charts, wurde weltweit unzählig neu aufgenommen u.a. von Donna Summer (1993), Grace Jones, Louis Armstrong, Marlene Dietrich, Mireille Mathieu, Melanie Fiona und gehört heute zu den bekanntesten Evergreens überhaupt)  
•   Les Trois Cloches (1945, Jean Villard Gilles / Marc Herrand, The Browns nahmen den Song 1959 in Englisch unter dem Titel "The Three Bells" neu auf. Eine bekannte Version stammt von Tina Arena aus dem Jahr 1997 [Album : In Deep] )   
•   Hymne à l'amour (1949, Monnot / Gassion / Edgren / Severac, wurde sehr oft gecovert u.a von Mireille Mathieu, Barry Manilow, Cyndi Lauper u.v.a., 1950 Platz 1 in Frankreich)   
•   Padam... Padam... (1951, Norbert Glanzberg / Henri Contet, Platz 1 in Frankreich, auf der Tanzfläche beginnt der Herr mit rechts und entführt die Dame in die Welt des Wiener Walzers.)   
•   Bravo pour le clown (1953, Platz 1 in Frankreich)   
•   Sous le ciel de Paris (1954)   
•   La goulante du Pauvre Jean (1954, Platz 1 in Frankreich)   
•   Les Amants d'un jour (1956, Platz 1 in Frankreich)   
•   L'Homme à la moto (1956, Platz 1 in Frankreich)  
•   La Foule (1957, Platz 1 in Frankreich)   
•   Mon manège à moi (1958, Platz 1 in Frankreich)  
•   Milord (1959, hier hat wieder die "persönliche" Komponistin der Sängerin zugeschlagen : Marguerite Monnot, Text : Georges Moustaki, ein der größten und bekanntesten Nummern von Edith Piaf, hat in Deutschland richtig Karriere gemacht : 1960 Platz 1 in den Charts, Platz 24 in GB, Platz 1 in Frankreich, die deutsche Version in Interpretation von Mireille Mathieus hat den Titel "Die Welt ist schön, Milord")   
•   Non, je ne regrette rien (1960, Charles Dumont / Michel Vaucaire, steht auf der Liste ihrer besten Songs in der ersten Reihe, von vielen ganz klar für ihren besten Song gehalten, mit dem Chanson geht der Film "La Môme" (La vie en rose) zu Ende, Platz 1 in Frankreich / Wiener Walzer)   
•   À quoi ça sert l'amour ? (1962, Platz 1 in Frankreich)  
•   Le chant d'amour (1963)   
•   Le prisonnier de la tour   
•   Mon Dieu   

Gewusst?
  • Chanson
    ist in Frankreich geboren und ebenfalls aus Frankreich stammen die berühmtesten Vertreter dieses Genres. Vorsichtig ausgedrückt ist ein Chanson ein Vortragslied angereichert mit literarisch-poetischen Texten. Das Chanson, wie wir es heute kennen, entwickelte sich in Paris Ende des 19. Jahrhunderts. In dem bekannten Künstlerviertel am Montmartre trafen sich in den »Cafes chantants« und »Cabarets artistiques« Künstler und Musiker und lieferten die Nahrung aus der das Chanson entstand oder weiterentwickelt wurde. Für den ersten Chansonnier wird nämlich der Dichter und Sänger Marc-Antoine Desaugiers (1772-1827) gehalten, der lange vor dieser Zeit gelebt hat. Ein weiterer Chansonnier, der ebenfalls noch vor der Montmartre - Ära wirkte, war Pierre-Jean de Beranger (1780-1857). In der Anfangsphase wurde Chansons meistens von den Verfasser selbst vorgetragen. Die Texte sind mal melancholisch, mal ironisch, nicht selten satirisch. Bei Edith Piaf, die als die berühmteste Vertreterin dieses Genres gilt, zeigt sich, dass auch die Art der Vortragung eine große Rolle bei den Chansons spielt. Nicht zuletzt verhalfen die persönliche Ausstrahlung der Sängerin und ihre Art die Lieder zu präsentieren, als ob sie gerade bei dem letzten Songs ihres Leben wäre, ihr zu dem weltweitem Ruhm. Vorerst blieben die Chansons in Frankreich, nach dem zweiten Weltkrieg gab es aber immer mehr hervorragende Künstler, die es schafften, das Genre auch über die Grenzen Frankreichs hinaus zu tragen. Hierzu gehören solche Chansonnier wie Charles Aznavour, Gilbert Becaud, Georges Brassens, Jacques Brel, Maurice Chevalier, Brigitte Fontain, Juliette Greco oder Yvette Guilbert. Bald fand das Chanson auch im deutschsprachigen Raum seine Fans und seine Interpreter. Hierzu gehören Hildegard Knef, Erika Pluhar, Gisela May, Georg Kreisler, Michael Heitau, Andre Heller, Friedrich Hollaender, Reinhard Mey, Barbara Thalheim, Marlene Dietrich und Hanns Eisler.
  • Montmartre
    Der Pariser Stadtteil Montmartre gehört zu den bekanntesten der französischen Hauptstadt und zu den Hauptzielen aller Touristen, die die Stadt aufsuchen. Das Erkennungsmerkmal von Montmartre ist, auch aus der Kathedrale Notre-Dame sichtbar, die Basilika Sacré-Cœur, die auf dem höchstem Punkt von Paris, dem 130 hohem berühmten Hügel (Butte) erbaut wurde. Im XIX Jahrhundert machte sich Montmartre einen Namen als ein Künstlerzentrum. Hier wirkten u.a. Hector Berlioz, Émile Zola, Vincent van Gogh oder Pablo Picasso. Allmählich verwandelte sich Monmartre zu einem Vergnügungsviertel, das aus einer Anhäufung von Amüsierlokalen, Bars, Varietés und ähnlichen Etablissements besteht. Die Künstler sind allerdings nicht ganz ausgewandert. Auf dem Hügel verbreitet sich nach wie vor die malerische Atmosphäre des alten Pariser Künstlerviertels und gehört heute zu einer der größten Touristen - Attraktionen von Paris. Montmartre hat viele Ecken, die besichtigt werden möchten, wie Place Pigalle, Théâtre des Deux Ânes, Moulin-Rouge, eine der ältesten Kirchen der Stadt St-Pierre-de-Montmartre oder die Basilika Sacré-Cœur selbst mit der breiten Treppenanlage, die zum Treffpunkt Pariser Jugendlicher geworden ist.
    Es gibt noch etwas, was Montmartre besonders interessant macht. Hier begann im März 1871 die berühmte und blutig niedergeschlagene Pariser Kommune. Diese Proletariat - Revolution diente im nachhinein als große Inspiration für folgende Arbeiterbewegungen, die schließlich zur Entstehung der Sowjetunion und anschließender Teilung Europas inklusive des kaltes Krieges geführt hat. Aus der Zeit stammt "Die Internationale" (Originaltitel : L'Internationale), das weltweit am weitesten verbreitete und bekannteste Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung und über einen Zeitlang Nationalhymne der Russischen Sowjetrepublik und später der Sowjetunion.