film Die Roten Schuhe





Die Roten Schuhe - Andersen Märchen "Da war einmal ein kleines Mädchen, fein und niedlich, aber im Sommer musste es immer barfuß gehen, denn es war arm, und im Winter mit großen Holzschuhen, so dass der kleine Fuß ganz rot wurde, und das sah zum Erbarmen aus. Mitten im Dorf wohnte die alte Schustermutter. Die saß und nähte, so gut sie konnte, aus alten roten Tuchstreifen ein Paar kleine Schuhe. Sie waren ganz plump, aber es war gut gemeint, und die sollte das kleine Mädchen haben, das Karen hieß". So beginnt das Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen "Die roten Schuhe".
Es handelt aber nicht von den roten Schuhen, die das Mädchen von der Schustermutter bekam. Diese wurden verbrannt. Erst als eine vornehme Dame Karen in ihre Obhut aufnahm und das Mädchen eingesegnet werden sollte bekam sie neue Schuhe. Ganz fein waren sie. Genäht einmal für ein Grafenkind, dem sie dann doch nicht passten. Sie glänzten wunderschön und waren rot. Es waren die Schuhe. Karen war begeistert. Als sie sie anzog und in die Kirche kam, dachte sie, dass alle nur auf ihre Schuhe schauen. Sogar die Bilder an den Wänden. Sie selbst konnte an nichts anderes denken. Einmal fing sie in den Schuhen an zu tanzen. Dann wurden die Schuhe wie lebendig und trugen das Mädchen, dass zu tanzen nicht mehr aufhören konnte, überall hin. Beim ersten Mal konnte man ihr noch helfen und zog ihr die Schuhe aus. Beim zweiten Mal gab es keine Rettung mehr. Statt ihre kranke Dame zu Hause zu pflegen, entschied sie sich mit ihren roten Schuhen zu einem Ball zu gehen. Als sie anfing dort zu tanzen, konnte sie nicht mehr aufhören. Die Schuhe waren wie angewachsen und ließen sich nicht mehr ausziehen. So musste Karen immer tanzen, auf der Wiese und im Wald, in der Stadt und auf dem Feld. Sie tanzte Tag und Nacht. "Aber in der Nacht war es am allerschrecklichsten". Als sie zu einem Scharfrichter mit einer Axt hin tanzte, bat sie ihn dann verzweifelt, ihr die Füße samt der roten Schuhe abzuschlagen. Irgendwie wollten die roten Schuhe dem Mädchen kein Glück bringen.

Andersens Märchen
Gondrom Verlag
ISBN: 3-8112-0160-3

Der Film

Auf der Vorlage des Andersens Märchen entstand 1948 der Film "Die roten Schuhe" in der Regie von Michael Powell und Emeric Pressburger. Auch hier, wie in dem Märchen, war der Hauptdarstellerin kein Glück beschert. Die Hauptrollen spielten Moira Shearer als Victoria Page, Anton Walbrook als Boris Lermontov und Marius Goring als Julian Craster. Der Film wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet (für die beste Musik und Kostüme) und für drei weitere nominiert. In Anlehnung an den Film entstand anfangs der 90er Jahre ein Musical unter dem gleichen Namen.

"Ein Meisterwerk des Ballettfilms, das alle filmischen Gestaltungsmöglichkeiten - vorab Kamera, Montage, Farben - bestens ausschöpft."
film-dienst

"Mit seiner 20minutigen "Rote Schuhe" Sequenz wurde das zweifach Oscar-prämierte Drama zum Meilenstein des Tanzfilms."
cinema

Die Roten Schuhe - FilmDVD - Film
itv-Studios



Die Handlung

Boris Lermontov ist ein unbarmherziger, gar dämonischer Ballettmanager, dessen Ensemble zu den bekanntesten und renommiertesten in Europa gehört. Er reist mit der Truppe durch die Hauptstädte Europas und feiert einen Erfolg nach dem anderen. Sein Ensemble "Ballet Lermontov" gehört zu der Sorte, von der man sagt: "Wer hier reinkommt, hat es geschafft". Seine aktuelle Primaballerina ist Irina Boronskaja, die, wie es sich für einen Star gehört, ständig am Meckern ist, mit allen und jedem streitet und keinen Gedanken daran verschwendet, zu den Proben pünktlich zu erscheinen. Eines Tages taucht bei den Proben Victoria "Vicki" Page auf, die hier, entdeckt von Lermontov bei einer Feier, als Schülerin anfangen soll. Victoria gefällt dem Boris sehr. Er wartet auf eine günstige Gelegenheit, um auf seine Primaballerina Irina verzichten zu können und Victoria in die erste Reihe zu holen. Als Irina ankündigt, dass sie heiraten will, hat seine Stunde geschlagen.
"Ich bin an der Boronskaja nicht mehr interessiert. Noch an der besten Leistung einer anderen Primaballerina, wenn sie verrückt genug ist, sich verheiraten zu wollen. Es ist aus. Für mich ist sie erledigt. Man kann nun mal beides nicht haben. Eine Tänzerin, die sich der zweifelhaften Annehmlichkeiten bürgerlichen Liebe hingibt, wird niemals eine große Tänzerin werden. Niemals!"
So bleibt Irina zu Hause als das Ensemble kurz danach nach Monte Carlo zieht. Lermontov entscheidet, dass ein neues Ballett aufgezogen werden soll: "Die roten Schuhe". Für eine passende Musik soll das frischgebackene Mitglied des Ensembles Julian Craster sorgen, die Hauptrolle in der neuen Inszenierung sollte Victoria übernehmen. Die Aufführung wird zum Erfolg, Victoria steigt zu einem international gefeierten Ballett - Star auf. Schon während der Proben verliebt sie sich in den jungen Komponisten Julian, was Boris Lermontov überhaupt nicht passt. Auf einmal gefällt ihm nicht mehr, wie sie tanzt. Auch von den Kompositionen Julians hält er auf einmal nichts. Schließlich feuert er den jungen Musiker. Als das Ensemble nach Paris zieht, muss Julian zu Hause bleiben. Boris spielte sehr hoch und verlor. Victoria hielt zu Julian und blieb ebenfalls. Boris blieb nichts anderes übrig als sich mit seiner ehemaligen Primaballerina Irina zu versöhnen und sie zurückzuholen. Er tat es und feierte anschließend mit ihr ein Jahr lang beachtliche Erfolge. Victoria tanzte in der Zeit kaum, brachte aber Kontakt zu Lermontovs Ensemble nicht ganz ab. Nach einem Jahr kam man dann wieder zusammen und, wie in guten alten Zeiten, sollte die damals so erfolgreiche Aufführung von "Die roten Schuhe" mit Victoria als Primaballerina wieder aufgenommen werden. Während sie sich zum Bühnengang fertig macht, taucht auf einmal hinter den Kulissen Julian Craster auf, den sie inzwischen geheiratet hat. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihm und dem Tanz wird sie vor die Frage ihres Lebens gestellt. So wie die Karen in Andersens Märchen sich für die roten Schuhen entscheidet, so entscheidet sich jetzt Victoria für den Tanz und lässt ihren Mann ziehen. Jedoch so wie in Andersens Märchen der Karen, soll auch der Victoria im Film diese Entscheidung kein Happy End bescheren.