foxtrott FOXTROTT

Der amerikanische Gesellschaftstanz Foxtrott tauchte Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Tanzfläche auf. Er gehörte zu der Familie der sogenannten Tiertänzen, die um das Jahr 1910 in Amerika populär waren. Das charakteristische an diesen Tänzen war, dass sie die Merkmale der Tiere imitierten, nach denen sie benannt wurden. So gab es unten ihnen den Tanz Chicken Scratch, Eagle Rock, Fish Walk oder sogar Grizzly Bear. Bis auf Foxtrott ist diese damals sehr große und populäre Zoo-Familie komplett ausgestorben. Wie angenommen wird, verdankt der Foxtrott seinen Namen seinem Erfinder Arthur Carringford, der unter dem Künstlernamen Harry Fox bekannt wurde. Der 1882 geborene amerikanische Entertainer, Vaudeville-Schauspieler und Tänzer bekam 1914 in dem zum Kino umgestalteten New Yorker Theater den Auftrag, zwischen einzelnen Kinofilmen mit seiner Truppe für Unterhaltung zu sorgen. Zu den aus Ragtime, Onestep und Castle Walk übernommenen Schritten fügte er einige mit "Fox's Trot" bezeichnete Folgen hinzu, die in dem Buch "The Fox Trot, as danced by Mr. Fox" beschrieben wurden und fand großen Applaus. Diverse Bühnenaufführungen u.a. in seinem Varieté "Harry Fox & the Zigfeld Follies" machten Foxtrott dem breiten Publikum bekannt. Bereits 1914 warben die amerikanischen Tanzschulen mit Foxtrott in ihren Zeitungsannoncen um neue Klientel. Um diese Zeit schaffte Foxtrott den Sprung nach Europa und wurde zunächst in England sehr beliebt. Sein Siegeszug durch ganz Europa, darunter Deutschland, begann nach dem Ersten Weltkrieg 1918. Foxtrott, anders als die meisten anderen Modetänze, überdauerte problemlos bis heute und gilt als der Universaltanz schlechthin. Sein Erfolgsgeheimnis liegt vor allem darin, dass er ohne komplizierte Schrittfolgen und Bewegungen leicht erlernbar ist, in unterschiedlichem Tempo getanzt werden kann und einen großen Raum für Improvisationen offen lässt. Mit einigen Änderungen und des Tempo wegen unterscheidet man seit 1924 zusätzlich beim Foxtrott den langsamen Slowfox und den ganz schnellen Quickstep. Unverändert wird der langsam getanzte Foxtrott zum Blues. Darüber hinaus lieferte Foxtrott die Grundlagen für viele andere Tänze wie Polka-Fox, Samba-Fox oder Discofox. 1963 wurde Foxtrott in das Welttanzprogramm aufgenommen.

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Universell

Wer kein großer Tänzer ist und auch keiner werden will, wem aber bei einer Party das Rumstehen etwas zu langweilig vorkommt, der findet im Foxtrott seinen großen Freund. Ein Tanz für jede Gelegenheit. Leicht erlernbar, kann man den Foxtrott bereits nur mit dem Grundschritt erfolgreich einsetzen. Die Umgebung spielt beim Foxtrott keine große Rolle, man kann mit ihm große Tanzflächen "füllen" oder aber gemütlich auf kleinem Raum tanzen. Man kann den Foxtrott genauso gut langsam wie auch schnell tanzen. Jeder Tanzschulegänger weiß, dass Foxtrott zu den wenigen Tänzen gehört, die sehr gut "draußen" einsetzbar sind. Gegenüber dem Foxtrott erscheint so gut wie jeder anderer Paartanz "speziell". Ein Gesellschaftstanz für jung und alt. Durch seine Einfachheit auf der einen Seite, und die Möglichkeit, den Tanz durch eigene Kreativität selbst zu gestalten auf der anderen, gehört Foxtrott zu den Tänzen, bei denen der Anfänger sowie auch Fortgeschrittene sagen können: Tanzen macht Spaß. Jeder, der im Begriff ist, eine Tanzschule zu besuchen, ist gut beraten, dafür zu sorgen, dass in seinem Anfänger - Kursus Foxtrott mit enthalten ist. Und auch musikalisch ist Foxtrott fast nicht zu übertreffen. Da, wo man bei anderen Tänzen die passende Musik mühevoll suchen muss oder auf "angepasste" Musikstücke zurückgreifen muss, hat man die Musik für Foxtrott sozusagen überall parat. Auf jeder Party, Geburtstag oder Hochzeit, im Radio oder CD-Geschäft gibt es das "Passende" grenzenlos. Zu sehr vielen Songs von heute kann sehr gut Foxtrott getanzt werden. Und das alles zu jedem Anlass : In einer exklusiven Gesellschaft mit Anzug und Krawatte sowie auch auf einer Open - Air - Party mit Blue - Jeans und einem T-Shirt. Somit erscheint die Tatsache, dass Foxtrott im Laufe der Jahre der Ausgangspunkt für unzählige andere Tänze geworden ist, keinesfalls verwunderlich. Sollte man sich in Zukunft dafür entscheiden, in den Schulen einen kleinen Tanzunterricht in Gesellschaftstänzen einzuführen, wäre Foxtrott die erste Wahl.
Zu Tee und Tanz

Zu Tee und Tanz!

Band 5, 24 moderne Tänze,
Herausgegeben von C.Morena
Drei Masken Verlag, 1922

Um 1918 machte sich Foxtrott auf die Reise und verbreitete sich aus London in ganz Europa. Keiner ahnte, dass der Tanz auf dem alten Kontinent so populär wird, viele Jahre und viele andere Tänze überdauert. So kam es aber. Ein Beleg aus der Anfangszeit stellt das Heft "Zu Tee und Tanz" - Moderne Tänze aus dem Jahr 1922, in dem Foxtrott besonders stark vertreten ist, dar. Das Heft beinhaltet Musik-Noten für Piano zu den damals gern getanzten Tänzen. In der Zeit wurde in Europa eine weitere Foxtrott-Version populär: Shimmy - Foxtrott. Shimmy - Foxtrott, der nach dem ersten Weltkrieg in den USA entstand, enthält Jazz - Elemente und ist schneller als Foxtrott. Zu besseren Veranschaulichung der damaligen Tanzmode der gesamte Inhalt des Heftes:

01. Ich bleib' dir treu. (Shimmy-Fox) - Hugo Hirsch aus der Schwank - Operette "Die tolle Lola"
02. Einmal kommt der Tag.  (Angoisse d'amour) (Valse boston) - Ralph Benatzky
03. Tamerlan. (Foxtrot) - Rudolph Nelson
04. Weine nicht! (Shimmy-Foxtrot) - Artur Rebner
05. Die kleine Bar. (Lied - Foxtrot a. d. Operette "Die Bajadere") - Emmerich Kalman
06. O Bajadere! (Lied - Foxtrot a. d. Operette "Die Bajadere") - Emmerich Kalman
07. Anjuschka. (Lied und Foxtrot) - O.Steiner, O.Virag
08. Leb' wohl, schwarz-braunes Mägdelein. (Lied und Foxtrot) - Ralph Erwin
09. Du brauchst mich nicht zu grüßen! (Shimmy) - Fredy Raymond
10. Wie schön hat der Herrgott mein Treptow gemacht (Walzerlied / Boston) - Victor Corzilius
11. Evelyn. (Tango milonga) - Willy Engel-Berger
12. Rheinaufwärts! (Marsch über das Lied "Ein rheinisches Mädchen") - C Morena
13. Rosalie, der Fleck am Knie . . . ? (Onestep) - Robert Stolz
14. Ich lieb' dich nur am Sonntag! (Foxtrotlied) - Ludwig Friedmann
15. Ich weiß ein entzückendes Nachtlokal. (Onestep / aus "New York-Berlin") - Rudolph Nelson
16. Limonade, Sekt und Liebe. (Foxtrot - Lied) - Helmburgh-Holmes
17. Iris. (Valse boston) - B. Marriot
18. Die kleine Lotte hat sich vorgestern verlobt. (Shimmy-Foxtrot) - Stephan Weiß
19. Carmencita. (Foxtrot) - Otto Weber
20. Vision d'amour (Wer weiß, wie lang die Liebe währt / Boston pathetique) - Hans Duval - Diamant
21. The arrogant Tango. (Tango milonga) - H. H. Ribeß
22. Fünf - Uhr - Tee. (Twostep - Intermezzo) - Ludwig Siede
23. Um 3/4 8.  (Heut' um dreiviertel acht hab' ich ein Rendezvous / Onestep und Twostep) - Max Oscheit
24. Herrgott, am blühenden Neckarstrand - Hans May

Harry Fox

Die Entstehungsgeschichte von Foxtrott, in der Harry Fox die Hauptrolle spielt, gehört zu den am häufigsten vorgestellten Versionen. Auch wenn nicht alle Einzelheiten eindeutig belegbar sind, kann durchaus angenommen werden, dass Harry Fox in den Foxtrott-Anfängen eine große Rolle spielte. Harry wurde am 22. Mai 1882 in Kalifornien unter dem Namen Arthur Carringford geboren. Der Name "Harry Fox" ist sein Künstlername, den er mit fünfzehn Jahren, als er seine Künstler-Karriere begann, von seinem Großvater übernahm. Anfänglich, bevor er in San Francisco einen festen Job als Sänger bekam, schlug er sich mit diversen Gelegenheitsjobs durch. Nach dem verehrenden Erdbeben, das 1906 San Francisco heimsuchte und bis heute zu den schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten zählt, zog der 24-jährige Harry nach New York und versuchte sein Glück als Varieté-Künstler. 1914 hatte er einen Erfolg mit seinen Pause-Auftritten zwischen den Filmen in dem New Yorker Theater, das gerade zum Kino umdisponiert wurde. Hier sollte Harry, um bei seinen Tanzanlagen mehr Bewegungsfreiheit zu bekommen, den Foxtrott erfunden haben. Da derartige Shows großen Applaus fanden, präsentierten bald die Dolly Sisters den Foxtrott in den abendlichen Revuen in dem auf dem Dach des Theaters entstandenen "Jardin de Danse". Von hier aus sollte der erfolgreiche Vormarsch des Foxtrotts in die ganze Welt begonnen haben. Harry war mit einer Tänzerin von Dolly Sisters verheiratet. Um 1930 ging seine Karriere zu Ende und der Künstler geriet in Vergessenheit. Er starb am 20. Juli 1959.

Tanzkurs Anfänger

Muss ich in die Tanzschule, um Foxtrott zu lernen? Nein, nicht unbedingt. Dieser Ansicht sind auch die Autoren dieser DVD: Tanzkurs Anfänger. Der ADTV - Tanzlehrer Christian Klein mit seiner Partnerin Sarah Trunk präsentieren hier außer dem Langsamem Walzer, Tango, Wiener Walzer, Discofox, Cha-Cha-Cha, Rumba, Jive, Samba und Blues auch den Foxtrott. Und auch sie sind der Ansicht, dass für den Anfang vom Foxtrott eben nur der Grundschritt ausreicht, denn nur der Grundschritt wird hier präsentiert. Ganz easy. Möchte man mehr lernen, kann man sich für eine Tanzschule immer noch entscheiden. Auf der DVD gibt es auch ein Kapitel mit Tanzmusik zum Üben.

Tanzkursus Anfänger
DVD, 120 Minuten i-base, 2005


Kurz gefasst
  • Wort wörtlich übersetzt bedeutet Foxtrott "Fuchsgang".
  • In London wurde Foxtrott 1914 durch den amerikanischen Tänzer G.K. Anderson vorgestellt. Anderson konnte mit Josephine Bradley viele Wettbewerbe für sich entscheiden. Zusammen mit seiner Partnerin gewann er 1920 das erste Foxtrott - Turnier in London.
  • Der erste Foxtrott-Ball fand in England 1915, trotz des Krieges, statt.
  • Eine andere Variante der Entstehungsgeschichte von Foxtrott besagt, dass der Tanz von Vernon Castle erfunden und von Harry Fox "geklaut" wurde. Das Tanzehepaar Vernon (2. Mai 1887 - 15. Februar 1918) und Irene Castle (17. April 1893 - 25. Januar 1969) feierte am Anfang des 20. Jahrhunderts internationale Erfolge und trug viel zur Verbreitung der Gesellschaftstänze bei.
  • Die ersten Foxtrott-Regeln wurden 1914 in den USA festgelegt (03. September 1914, "American Society of Professors of Dancing"). Im laufe der Zeit entwickelte sich der Tanz dank neuen Figuren weiter. Neue Regel wurden 1920 in England zusammengefasst.
  • Foxtrott wird im Tempo 30-32 Takten pro Minute im 4/4-Takt getanzt.
  • 1945 wurde der amerikanische Film "The Dolly Sisters" veröffentlicht. Die Rolle als Harry Fox übernahm John Payne. Betty Grable spielte als Jenny, June Haver als Rosie.





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