LANGSAMER WALZER
|
Der Langsame Walzer ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im 3/4-Takt. Er
gehört zu den anspruchs- und wirkungsvollsten Turniertänzen des
Standardprogramms, da hier eine besonders korrekte Körperbewegung gefordert
wird. Der Name kommt vom deutschen Wort „walzen“, was soviel wie „sich drehen“
bedeutete. Um 1870 entwickelte sich in Amerika eine neue Form des Wiener
Walzers, die unter dem Namen Boston bekannt wurde. Diese Version behielt die für
den Wiener Walzer charakteristischen drehenden Figuren bei, wurde aber zu einem
runter gesetzten Tempo getanzt. Um 1920 entwickelte sich daraus in England der
Langsame Walzer, der wegen seiner Herkunft auch "English Waltz" genannt wird. Im
Dezember 1922 wurde der Langsame Walzer erstmals bei einer Weltmeisterschaft
getanzt, seit 1963 ist er Bestandteil des Welttanzprogramms. Er gilt als der
harmonischste Standardtanz. Heute ist er für alle Turniertänzer der
trainingsintensivste Tanz, obwohl die Schrittkombinationen verhältnismäßig
einfach sind.
|
|
|

von Gertrude Krombholz und Astrid
Haase-Türk |
RICHTIG TANZEN
Standarttänze
Dr. Gerturde Krombholz ist u.a. die Leiterin der
Abteilung Sportlehrerausbildung und Leiterin des
Fachgebiets Gymnastik, Tanz, Musik und Bewegung an der
Technischen Universität München. Sie genoss Tänzerische
Ausbildung im In- und Ausland, ist ADTV - Tanzlehrerin,
wurde bekannt durch ihre Choreographien,
Wertungsrichtertätigkeit und viele Veröffentlichungen
u.a. im Bereich Gymnastik und Tanz.
Astrid Haase-Türk ist selbständige ADTV-geprüfte
Tanzlehrerin und Tanzsporttrainerin. Sie spezialisiert
sich auf dem Gebiet für Gesellschafts- und Turniertänze
hat aber auch Zusatzausbildung in vielen Modetänzen,
Tanztherapie und Behindertentanz. Sie ist Autorin von
zahlreichen Veröffentlichungen im Bereich
Gesellschaftstanz. |
Standardtänze
Der Walzer gehört zu den ältesten Standardtänzen und machte
sich im 19. Jahrhundert gemeinsam mit Polka und Galopp in Europa
breit. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es bunt auf der
europäischen Tanzfläche. Es kamen aus Amerika Tango (1907),
Onestep (1910) und Ragtime (1912). In der Verbreitung der modernen
Tänze führte, bevor sie durch London ersetzt wurde, Paris. Auch
in Frankreich fanden die ersten Weltmeisterschaften statt. Der
erste Weltkrieg brachte hier die Wende und verlegte das
europäische Tanzzentrum nach London. Während in Deutschland und
Frankreich Tanzen verboten war, hat sich in London, getanzt zu den
aus Amerika stammenden Mode - Rhythmen, die grundlegende Abkehr
von der klassischen Ballettgrundlage vollzogen. Natürliche
Bewegung, Anpassung an den Rhythmus, das sind die wesentlichen
Merkmale der neuen Tänze. Als erster hat sich aus dem neuen
englischen Stil, Foxrott herauskristallisiert. Aus dem Boston
entstand der English Waltz. Tango - Milonga lieferte die
Grundlagen für den heutigen Tango. Das entscheidende für die
Entstehung des englischen Stils haben die englischen Tanzlehrer
beigetragen, die neue Techniken entwickelten und sie
systematisierten. Dies machte sich auch bei allen großen
Tanzturnieren bemerkbar : die Gewinner stammen stets aus England.
Im Jahr 1929 bei der "Great Conference" legte man
Slowfox, Quickstep, English Waltz, Tango und Blues als
Standardtänze fest. Trotz zahlreichen Veränderungen werden im
wesentlichen die Standarttänze heute genauso getanzt wie damals.
1951 wurde Wiener Walzer in die Gesellschaft der Standardtänze
aufgenommen. Die Standarttänze umfassen heute den Langsamen
Walzer, Tango, Quickstep, Slowfox und Wiener Walzer.
(Quelle : Richtig tanzen, Standarttänze)

Richtig Tanzen ist ein Buch, das an die Tanzbegeisterten
adressiert ist, die bereits ihre erste Tanzerfahrungen
gemacht haben. Ob es ein Anfänger - Tanzkursus gewesen
ist, oder mehrere, Mitgliedschaft in Tanzkreisen oder
Tanzclubs, der Grundschritt und die ersten Figuren
sollen bereits bekannt sein. Die Autorinnen verfolgen
das Ziel, allen zu helfen, sich an das Erlernte zu
erinnern, selbst weiterzuüben und eventuell neue, eigene
Figurenfolgen zusammenzustellen. Die Auswahl von
Tanzfiguren, die hier vorgestellt werden, ist so
gestaltet, dass sie als Grundlage für die Tanzabzeichen
(ADTV, DTV) betrachtet werden kann. Dabei vergessen die
Autorinnen nicht zu erwähnen, dass die theoretische
Darstellung von Tanzfiguren keinesfalls den
Tanzunterricht mit einer ausgebildeten Lehrkraft und die
Tanzpraxis ersetzen können. Die Tanzhaltung und die
Figuren wurden von Nina Eggert und Peter Bolbrinker
präsentiert. Die Fotos schoss der Münchener Fotograf
Ulli Seer. |

Richtig Tanzen, Standarttänze
BLV Buchverlag
www.blv.de |
Der Langsamer Walzer
Der langsame Walzer entwickelte
sich aus dem Nachläufer des Wieners Walzers, dem Boston,
der Anfang des 20. Jahrhunderts nach England kam.
Aufgrund seiner Herkunft wird er auch "English Waltz"
genannt. Ursprünglich hatte der Langsame Walzer einen
vorwärts strebenden Charakter, ähnlich dem Boston und
Slowfox. 1927 wurde von der Imperial Society eine neue
Regel, die Diagonalstruktur, für den Tanz festgelegt, da
die vollen Drehungen problematisch waren. Heute gehört
der Langsame Walzer zu den harmonischsten Standarttänzen
und wird gern zur Eröffnung von Veranstaltungen getanzt.
Die Tanzbewegungen werden von extremen Höhen und Tiefen
charakterisiert. Bei dem Langsamen Walzer bekommen die
Heben- und Senken - Bewegungen besondere Bedeutung und
lassen den Vergleich eines Tanzpaares zu einem von
Höhepunkt zu Höhepunkt schwingendem Pendel zu. Wie die
Autorinnen es ausdrücken : " Der tänzerische Charakter
des Langsamen Walzers äußert sich in langsam und
gleichmäßig schwingenden, raumgreifenden Drehbewegungen,
die bruchlos und doch deutliche Impulse gebend über die
Tanzfläche rotieren."
(Quelle : Richtig tanzen, Standarttänze)
Neben dem Langsamen Walzer werden in dem Buch alle
Standarttänze vorgestellt. Es gibt auch extra Kapitel
für den Wiener Walzer, Tango, Quickstep und Slowfox. Zu
jedem Tanz gibt es neben den technischen Informationen
auch eine kleine geschichtliche Einführung. Der Anhang
enthält u.a. Informationen über Tanzschulen,
Tanzabzeichen, Tanzsport und Tanzmusik. Es folgt ein
Verzeichnis mit Literatur und Zeitschriften sowie eine
Auflistung von vielen Fachausdrücken. |
 |
CD1 Standardtänze
LANGSAMER WALZER
01. Morning Has Broken (30TM) 03:10
02. Amazin' Grace (30 TM 02:16
03. Plaisir d'amour (30TM) 03:40
04. Isabelle (29 TM) 2:37
TANGO
05. A Woman In Love (33 TM) 2:27
06. Jalousie (31 TM) 03:16
07. El choclo (33 TM) 02:44
WIENER WALZER
08. Frühlingsstimmen (60 TM) 02:14
09. Es war im Böhmerwald (60 TM) 02:13
10. Posaunengrüße (60 TM) 03:05
LANGSAMER FOXTROTT
11. New York, New York (30 TM) 02:45
12. Rhapsody In Blue (30 TM) 03.08
13. Oh Danny Boy (30 TM) 02:34
14. Merci, mon ami, es war wunderschön (30 TM) 02:30
FOXTROTT
15. Traviata Swing (46 TM) 02:38
16. Keep In Touch (42 TM) 03:31
QUICKSTEP
17. Swinging In Bavaria (50 TM) 02:21
18. Plusch (50 TM) 02:27
|
CD2 Das Turnierprogramm
LANGSAMER WALZER
01. Deutscher Tanz Nr.7 (30 TM) 03:03
02. Auld Lang Syne (30 TM) 02:45
TANGO
03. Tango Carmencita (33 TM) 02:40
04. Am Rio Negro (33 TM) 02:14
WIENER WALZER
05. Dorfschwalben aus Österreich (60 TM) 02:52
LANGSAMER FOXTROTT
06. Smoke Gets In Your Eyes (30 TM) 03:30
QUICKSTEP
07. Good Night Ladies (52 TM) 02:26
08. You're The Cream In My Coffee (52 TM) 02:00
SAMBA
09. La bamba (53 TM) 02:44
10. Samba del Rio (53 TM) 02:51
CHA CHA CHA
11. Carnaval Cha-Cha (32 TM) 02:05
12. Eso es el amor (32 TM) 02:38
13. La cucaracha (32 TM) 02:40
RUMBA
14.Melodie in F (27 TM) 0.3:34
PASO DOBLE
15. L'Arlesienne Fantasie (62 TM) 02:03
JIVE
16. Love Makes The World Go Round (44 TM) 03:02
17. Red River Rock (44 TM) 02:26
18. Schwarze Augen (Dark Eyes) (44 TM) 02:32 |

Spass beim Tanzen
2 Audio - CD's
Ganser & Hanke Musikmarketing GmbH
Hamburg |
 |
Der Langsame Walzer ist wie ein Segelschiff, das
sich auf einem großen Ozean würdevoll im regelmäßigen
Takt der fallenden und steigenden Wellen bewegt. |
"Sei mir nicht böse, ich bitt' dich vergib',
küß mich noch einmal, ich hatt' dich so lieb."
Zu Songs mit solchen "süßen" Texten unterhielt man sich Anfang der 20er Jahren in
Deutschland. Der Langsame Walzer kam aus England nach Deutschland und wurde
hier sehr populär. Wenn man aus dem Heft "Zu Tee und Tanz!" aus dem Jahr 1921
einen Schluss ziehen möchte, hatte der Langsame Walzer neben dem Foxtrott das
Sagen auf den Tanzflächen. Zusätzlich wurde damals neben ihm sein Vorgänger, der
Boston - Walzer, gern getanzt. Boston stammt aus den USA, wo er als eine langsamere
Version des Wiener Walzers entwickelt worden ist. Er ist der Tanz, der aus
Amerika nach London zog und sich hier "kleinen Umbauten" unterzog. Das Ergebnis
: Langsamer Walzer oder "English Waltz", wie er überwiegend in Europa genannt
wird. Boston überdauerte die Zeitprobe nicht, geriet in Vergessenheit und
verschwand allmählich aus den Tanzschulen. Seine englische Version dagegen, der
Langsamer Walzer, setzte sich durch und hielt bis in unsere Zeit stand. Er wird
heute sehr gern getanzt und dank seiner Angehörigkeit zu den Turniertänzen ist
seine Existenz vorerst gesichert. Das Heft "Zu Tee und Tanz!" Band 3 stammt aus
dem Jahr 1921 und enthält Musiknoten für Piano. Ein interessantes Zeitdokument.
Zu Tee und Tanz!
Band 3
21 moderne Tänze
Drei Masken Verlag, 1921 |
|
Inhalt nach Tanzarten geordnet :
| Foxtrott |
- Batavia - Fox aus "Der Vetter von Dingsda" (Eduard Künneke)
- Bummel - Petrus (M. Werner - Kersten)
- Dalameh (Rudolf Nelson)
- Eine kleine Freundin hat doch jeder Mann (Franz Lehar)
- Es gibt im Leben manches Mal Momente / aus "Mascottchen" (Walter Bromme)
- Fimmel-Fox (Hugo Hirsch)
- Suez-Fox (Helmburgh - Holmes)
- Was ist denn mit der Paula los? (Heinr. Frantzen)
|
| Walzer und Valse boston |
- Bonbonniere - Boston (Manny Mauder)
- Ich hatt' dich so lieb (Max Oscheit)
- Mariana - Walzer aus "Die Frau im Hermelin" (Jean Gilbert)
- Mon cheri - Valse boston aus "Die
spanische Nachtigall" (Leo Fall)
- Nixengeflüster (Jonny Heykens)
- Wenn du denkst der Mond geht
unter / Stimmungswalzer (Carl Wappaus u. Georges Krier)
|
| Shimmy |
- Shimmy a. d. Operette "Das Milliardensouper" (Ernst
Steffan)
|
| Paso doble |
- Deosa (Harry Seck)
- Pyjam a. d. Operette "Die Tanzgräfin" (Robert Stolz)
|
| Onestep und Twostep |
- Deosa - Onestep (Harry Seeck)
- Rudolfsklänge / Marsch und Twostep (Rud. Herzer)
|
| Tango |
- Tango lyrique (O. Potoker)
|
| Diverses |
- Serenata (Enrico Toselli)
- Ständchen (Jonny Heykens)
|
|
|