tango_argentino TANGO ARGENTINO

Bei anderen Nationalitäten hätte man möglicherweise ein Problem damit. Möchte man dagegen einen Argentinier zum Lachen bringen, gibt es nichts was einfacher wäre. Man tanzt ihm einen Tango vor. Lachend und kopfschüttelnd hört man ihn dann sagen : "Nein, so wird Tango nicht getanzt". Tatsächlich, der Tango den wir kennen, der Standard Tango, hat mit dem ursprünglichen kaum was zu tun. Er wurde verändert, angepasst, turnierreif gemacht und schließlich so umgestaltet, dass er in Argentinien nur belächelt wird. Der ursprüngliche Tango, der Tango Argentino, entstand in den 80er Jahren des XIX Jahrhunderts in Buenos Aires. Die Stadt erlebte zu diesem Zeitpunkt eine so rasante Entwicklung, dass sie glatt mit New York verglichen werden könnte. Aus aller Welt, vor allem aus Spanien und Italien strömten die Einwanderer ein und brachten neue Kulturen mit. Nach und nach vermischten sich die alten mit den neuen. Auch der alte Tanz Milonga erlebte eine Metamorphose. Man fügte der Milonga neue Elemente hinzu und bekam als Ergebnis den Tango. Einen neuen Tanz, der die Lust, Leidenschaft, Stolz, Gewalt aber auch Sex klar in Vordergrund stellte. Er war ein tänzerischer Abbild der Menschen, die damals die Vororte von Buenos Aires bevölkerten. Noch heute sagt man : "Die Argentinier atmen im Rhythmus des Tango". Dass der Tango bei der ersten Begegnung atemberaubend und beeindruckend sein kann wird durch einen Satz des irischen Nobelpreisträgers für Literatur George Bernard Shaw sichtbar: "Tango, der einzige Gesellschaftstanz, bei dem es sich lohnt, ihn als Tanz zu bezeichnen ...".
(2008)

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Mit dem Tango im Herzen

Mit dem Tango im Herzen

Begegnungen in Buenos Aires
Fotografien von Christian Sauter
Mit Texten von Jorge Luis Borges, Horacio Ferre und anderen

Nicolai, 2004
ISBN 3-89479-189-6

"Ein guter Tänzer führt nicht:
Er bietet an"
Kathleen Göpel

"Tango?
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll,
aber ich habe es in meinem Herzen"
Alejandra Graham.


Tango zeigte sich seit eh und je reiselustig und bereist alle Länder der Welt, neue Tango - Zentren entstehen anderorts, die Japaner kommen einfach nach Buenos Aires und schnappen sich den Weltmeistertitel. Was hat das alles zu bedeuten? Stehen wir etwa an der Schwelle? Hat Tango wirklich vor, sich ein neues Zuhause zu suchen um aus Argentinien auszuwandern? Möglich, auch wenn äußerst unwahrscheinlich. Und trotzdem, sollte der Hauptstadt des Tangos, Buenos Aires, der Tanz abhanden gekommen sein, eins wird die Stadt für immer behalten : Ihre spezifische und einzigartige Atmosphäre, die die Geburt von Tango erst ermöglicht hat. "Mit dem Tango im Herzen" ist eine fotographische und literarische Entdeckungsreise nach Buenos Aires. Eine Einführung, Vorstellung und Einladung zugleich. Für alle, die die Stadt noch nicht erreicht haben, und alle die, die sich auf den Weg dorthin machen. Betrachtet man die stimmungsvollen Bilder von Christian Sauter, muss man sich gleich fragen, was hätte dazu wohl der amerikanische Schauspieler Robert Redford gesagt? In dem Spionage Thriller "Die drei Tage des Condor" aus dem Jahr 1975 fand er trotz rasanten und sich schnell abwechselnden Action - Szenen doch noch einen kurzen Augenblick, um die fotographischen Arbeiten der von ihm entführten Fotografin Faye Dunaway (Kathy Hale) zu betrachten. Damals sprach er nach einem Drehbuch. Bei "Mit dem Tango im Herzen" bräuchte er für seine Einschätzung der Buch - Bilder sicher keine vordefinierten Texte. Auch hier findet man schwarz - weiße Fotos, "graue" und "einsame" Bilder, Schnappschüsse von menschenleeren Straßen und Kreuzungen. Bilder von dem Buenos Aires - Alltag und dem Tango. Genau diese haben mit denen von "Die drei Tage des Condor" viel gemeinsam, auch wenn sie nicht nach "November riechen": "Sie stimmen, ich mag sie".
Mit dem Tango im Herzen (CD)

Inhalt auf der beiliegenden CD:

1. Buenos Aires el Alma del Tango (Horacio Ferrer)
2. Paris Otonal (Sexteto Mayor)
3. Cuando me entres a fallar (34 Punaladas)
4. Amablemente (Daniel Melingo)
5. Un Paso mas Alla (Carlos Libedinsky)

"Man muss nicht viel vom Tango wissen, um ihn zu verstehen."
Christian Sauter (Photograph)


"Tanzend werde ich sterben, tanzend werde ich begraben,
und tanzend werde ich zu den Füßen des ewigen Vaters kommen,
denn aus dem Leib meiner Mutter kam ich auf diese Welt, um zu tanzen."
Omar Ocampo

Kurz gefasst
  • Finnland gehört neben Deutschland und Japan zu den Hochburgen des Tangos außerhalb Argentinien. Die Finnen entwickelten einen eigenen spezifischen Tangostil : Den Finischen Tango. Wie es heißt : Je trauriger die Musik, umso glücklicher der Finne.
  • 2009 brechen Kyoko und Hiroshi Yamao aus Japan die Vorherschaft der Argentinier, gewinnen die Tango Argentino - Weltmeisterschaft (Salon) und versetzen damit die ganze Welt in Staunen.
  • Anfänger aufgepasst! Der lässige und schleichende Tanz Tango Argentino ist so sinnlisch und erotisch, dass der letzte Tango nicht selten erst gar nicht getanzt wird.
  • Einmal jährlich im Juli wird die finnische Kleinstadt Seinäjoki von über 100.000 Besucher hoffnungslos überflutet, die an dem Tangomarkkinat, eines der ältesten Tango - Festivals der Welt teilnehmen wollen. Seinäjoki zählt gerade um die 37.000 Einwohner (2010). [2]
  • Dass Tango-Musik und Tango-Tanz sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken wurde 2009 sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Den Beweis lieferte die kolumbianische Psychologin Cynthia Quiroga Murcia im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Goethe - Universität Frankfurt. Das Stresshormon Cortisol nimmt beim Tanzen ab, das Sexualhormon Testosteron wird dagegen im erhöhtem Maße ausgeschüttet.
  • Seit 2009 gehört Tango Argentino zum Weltkulturerbe. Das Komitee der Unesco hat den Tango auf die Liste der schützenswerten immateriellen Kulturerben der Menschheit gesetzt. Schlagzeilen :
    Der Tango ist Weltkulturerbe - Tagesspiegel.de
    Tango ist Kulturerbe der Menschheit - Focus.de
    Unesco: Tango zum Kulturerbe geadelt - DiePresse.com
    Tango wird zum Kulturerbe - Fr-online.de
    Tango wird zum Kulturerbe - Abendblatt.de
  • Tango tanzen lernen gleicht der Herstellung von Wein : Er braucht Zeit zum Reifen.

Tango Danza

TANGO DANZA

Zeitschrift für Tango Argentino

mit einem Tanz- und Veranstaltungskalender, Berichten, Porträts, Interviews, Werbeanzeigen und einiges mehr.

Hier Ausgabe Nr. 2 / 2009
Tango Danza - AufkleberMit einem Aufkleber können auch die Leser für ihre Zeitschrift werben.
www.tangodanza.de

Zum sechsten Mal

Festival, Kunst, Wettbewerb, Tango : die argentinische Hauptstadt Buenos Aires meldet sich zu Wort und lädt alle Tangobegeisterten nach Argentinien ein, um im Zeitraum vom 24.08.2008 bis 01.09.2008 am 10ten Tango - Festival teilzunehmen. Den Startschuss zu diesem Event gab die Stadt Buenos Aires und das argentinische Kulturministerium nachdem die besten Tango - Tänzer der Welt zu diesem Tanz - Event eingeladen wurden. Den es sollte nicht nur gefeiert werden. In Rahmen dieses Festivals fand auch die VI. Weltmeisterschaft in Tango Argentino statt. Die besten Paare sollten in den Kategorien "Salon" und "Bühne" miteinander um die Plätze ringen. Um die 200.000 Besucher haben sich in den Tagen in der argentinischen Hauptstadt eingefunden, für das Finale der Weltmeisterschaft im Luna Park gab es aber nur 5100 Karten. 400 Paare aus der ganzen Welt erklärten sich bereit ihr Können auf dem Parkett unter Beweis zu stellen, 269 in der Kategorie "Salon", 137 in der Kategorie "Bühne". Auf die Gewinner wartete ein Preis in Höhe von ca. 3000 Euro. Die meisten Teilnehmer kamen aus Argentinien (300 Paare) aber auch andere Länder meldeten sich zahlreich an, wie Kolumbien und Japan. Um die Krone im Tango Argentino kämpften im Finale 16 Paare, 7 aus Argentinien, 6 aus Kolumbien und 3 aus Japan. Die Weltmeister in der Kategorie "Salon" wurden Daniel Nacuchhio und Cristina Sosa aus Argentinien. Auch in der Kategorie "Bühne" dominierten die argentinischen Paare und holten sich den ersten Platz. Hier gewannen Melody Celatti und Jose Fernandez, ebenfalls aus Argentinien. In der Kategorie "Bühne" war Deutschland durch das einzige deutsches Paar Erica Freyer und Fernando Zapata vertreten, die es bis ins Halbfinale schafften. Erica Freyer stammt aus Argentinien, ihr Partner Fernando Zapata aus Kolumbien. Beide sind jetzt in Berlin daheim. In der Kategorie "Bühne" tanzt man ausgefallene und spektakuläre Präsentationen, die in einem Show - Auftritt erwartet werden. Im "Salon" nur solche, die bei einer Tanzparty auf dem Parkett möglich sind. Ansonsten nahmen an der Weltmeisterschaft u.a. folgende Paare teil : Byron Torres und Vanessa Hortua aus Kolumbien, Yaisury Salamanca und John Raigoza aus Argentinien, Diego Ortega und Hayashi Yusuko (Argentinien / Japan), Juan Colavita und Elizabeth Guerrero aus Argentinien, Fabian Peralta und Virginia Pandolfi aus Argentinien, Luciano Caceres und Karen Digiovanni aus Argentinien, Carlos Ovalle und Gina Medina aus Kolumbien, Jose Manrique und Natalia Pombo aus Argentinien, Jose Medina und Natalia Liendo aus Argentinien, Hugo Mastrolorenzo und die Japanerin Chizuko Kuwamoto (Argentinien / Japan) und Yaisury Salamanca und John Raigoza aus Kolumbien.
(2008)

Gotan Project - La Revancha Del Tango

Gotan Project - La Revancha Del Tango
Audio CD, !Ya Basta!, 2001
Zum Tanzen, Entspannen, Relaxen und Zuhören.
Electro - Tango zum Abschalten und Genießen.
•   Queremos Paz   
•   Época   
•   Chunga's Revenge   
•   Triptico   
•   Santa Maria (Del Buen Ayre)  
•   Una Musica Brutal   
•   Capitalismo Foráneo   
•   Last Tango in Paris   
•   del Ruso   
•   Vuelvo Al Sur   

Tango aus Argentinien zu Besuch in Deutschland

Die Stadt Köln veranstaltete in der Zeit zwischen dem 4. Juli und 10. August 2008, um sich den Sommergästen attraktiver zu präsentieren, das 21. Kölner Sommerfestival 2008. Auf die Besucher warteten zahlreiche Attraktionen wie z.B. eine Kadett-Zerlegung in seine einzelnen Teile auf musikalische Art, ein Filmkonzert zu der Science Fiction Kultserie Raumpatroille Orion, sowie zahlreiche Tanzangebote. Während des Festivals traten auch viele ausländische Künstler auf. Seit Jahren sorgen die Kölner Veranstalter für ein abwechslungsreiches und niveauvolles Programm. Die Sommergäste konnten bis jetzt in Köln solche Events besuchen wie "Evita" (1988), "A Chorus Line" (1989), "Phantom der Oper" (1991), "Jesus Christ Superstar" (1992), "West Side Story" (1993), "Hubbard Street Dance Chicago" (1998), "Sydney Dance Company" (2002) u.v.a.
Auf alle Tango – Begeisterte wartete 2008 aus der Hauptstadt Argentiniens Buenos Aires kommend das Tango – Musical Tanguera. Die Uraufführung des Musicals fand 2002 in Buenos Aires statt. Seitdem wurde Tanguera auf vielen Bühnen weltweit präsentiert : Spanien, USA und China. Die deutschen Zuschauer kamen in den letzten Jahren mehrmals in Berührung mit Tanquera. Es gab Aufführungen in Hamburg, Berlin und München.
Die Geschichte erzählt von einer aus Frankreich stammenden Tänzerin Giselle. Sie wurde nach Buenos Aires durch ein Heiratsversprechen gelockt. Bei ihrer Anreise erwartet sie im Hafen aber der Zuhälter Gaudencio, für den sie anschließend in einem von fraglicher Reputation bekannten und von ihm kontrollierten Nachtclub arbeiten muss. So musste die mittellose Giselle, um zu überleben, vorerst die dunklen Seiten ihrer neuen sonnigen Heimat kennen lernen : das düstere Rote Milieu in Buenos Aires, Prostitution und Drogensumpf. Bald wird aus Giselle eine professionelle Tangotänzerin, eine Tanguera, die anschließend auch als Superstar gefeiert wird. Es gibt auch andere Anzeichen, die darauf hoffen lassen, dass sich in der Zukunft des Mädchens bald etwas ändert. Ein Hafenarbeiter, Lorenzo, verliebte sich in die schöne Gisela auf den ersten Blick und will sie für sich gewinnen.
Das Musical Tanguera konnte man in Köln zwischen den 30.7 und 10.8.2008 bewundern. An der Aufführung nahmen ca. 30 Künstler teil. Die Choreografien stellte Mora Godoy zusammen. Die Eintrittskarten variierten zwischen 25 bis 80 Euro. Infos zu dem Kölner Sommerfestival findet man unter : www.koelnersommerfestival.de.
"Tanguera schlägt die Tango-Shows, die bisher zu sehen waren, um Längen!" Die Welt
(2008)
Blink 182 - Plakat 2011

Tango

Solche Tanz - Kunstdrucke findet man auf den Wänden in den Tanzclubs und Tanzschulen aber auch bei so manchem Dance - Fan bei ihm zu Hause.

Diese Reproduktion (links) in der Größe 24x30 cm stammt von Joani und trägt den Titel "Expression Of Dance".
Bestellbar im Internet u.a. unter www.eurographics.de.
Bestellungsnummer V-JI1127
(2009)

Pantango

In ihrer Heimat gehört Pantango (Brot und Tango) zu den populären kleinen Tanzorchester, die in kleinen Lokalen von Buenos Aires für Stimmung sorgen. Das Trio formierte sich im Jahr 1992. Sie überzeugten, es folgten Auftritte in Amerika und Europa sowie erste Plattenaufnahmen. Im Repertoire werden auch Jazz - Klassiker angeboten. Pantango besuchten bereits 1993 Deutschland. Das Trio besteht aus Guillermo Destaillats, Fernando Rubin Saglia und Michael Elvermann. Der Gründer von Pantango ist Guillermo Destaillats, der 1970 in Buenos Aires geboren wurde. Der Bandoneonist, der sich bereits im Schülerorchester engagierte, hat eine Ausbildung als Musikpädagoge und ist seit 1995 Musiklehrer. Neben Spanisch spricht er einwandfrei Deutsch und Englisch. Der zweite Mitglied des Trios und Mitgründer, Fernando Rubin Saglia, wurde 1968 ebenfalls in Buenos Aires geboren. Er studierte Musik zuerst im Conservatorio Nacional und dann an der Escuela De Musica De Popular De Avellaneda. Michael Elvermann stammt aus Deutschland und wurde 1964 in Rhade / Westfalen geboren. Das erste Date mit der Klarinette hatte er in der dörflichen Blaskapelle. Bis 1993 studierte er an der HfK Bremen, im Mai dieses Jahres trat er Pantago bei.
Für Tourneen und Plattenaufnahmen werden oft andere Künstler eingeladen. Auf der CD ist es Dirk Lüking. Der 1962 geborene Musiker (Kontrabass) spielte u.a. mit dem Philharmonischen Staatsorchester Bremen und dem Orchester der Hamburger Staatsoper. [1]
Trio Pantango


Tango Argentino
Trio Pantango

Libertango
Audio CD, ARC Music, 2001

Trio Pantango:
Guillermo Destaillats - bandoneon
Fernando Rubin Saglia - guitar
Michael Elvermann - clarinet
Guest Artist:
Dirk Lüking - double bass

Libertango (CD)11. Felicia (Tango) (Savorido)
2. Un Placer (Vals) (D.R.)
3. Fumando Espero (Tango) (Viladomaq)
4. Quejas De Bandoneon (Tango) (Filiberto)
5. Union CÝVica (Milonga) (Santa Cruz)
6. Che Bandoneon (Tango, solo bandoneon) (Troilo)
7. La Cumparsita (Tango) (M. Rodriguez)
8. Garua (Tango) (Troilo)
9. Pa Que Bailen Los Muchachos (Tango) (Troilo)
10. Mano Brava (Milonga) (Buzon)
11. Contradanza (solo clarinet) (anon. Cuba)
12. El Aeroplano (Vals) (D.R.)
13. CafÚ 1930 (Tango) (Piazzolla)
14. Libertango (Tango) (Piazzolla)
15. Jalousie (Tango, solo bass) (Gades)
16. La Tablada (Tango) (Canaro)
17. Lo Que Vendrs (Tango) (Piazzolla)
18. Los Mareados (Tango, solo guitar) (Cobian)

Tanz - Britta Vogel

Der dreckige Tanz

Die Anfänge vom Tango Argentino waren keinesfalls ruhmreich. Der Tanz gehörte in seinem Ursprung den Armen und Unterprivilegierten, den Ausgestoßenen. Hier liegt das Geheimnis des starken Gefühls, dass mit ihm stets in Verbindung gebracht wird, des Gefühls der Sehnsucht. Die meisten von der enormen Zahl der Einwanderer, die ihre Heimat und Familie für die Suche nach Brot verließen und die damalige Stadt der Städte, Buenos Aires, ansteuerten, landeten überwiegend in den von Hoffnungslosigkeit geprägten Slums der neuen Südmetropole. Lebend am Rand der Gesellschaft suchten sie nach Ausdrucksformen für ihre Sehnsüchte, Wünsche und Träume und fanden sie im Tanz. Die Einwanderer waren überwiegend Männer, was dazu geführt hat, dass in Buenos Aires ein katastrophaler Frauenmangel herrschte. So tanzten die Männer miteinander, während sie in den Warteschlangen vor den wie Pilze nach dem Regen entstandenen Bordellen warteten, bis sie an der Reihe waren. Ursprünglich galt Tango Argentino als der schmutzigste, anstößigste und dreckigste Tanz von allen, ein Tanz der Sünde. Dass er in Saloons getanzt werden sollte, war damals nicht zu denken. Viele frühere Tangos legen mit ihren Titeln und Texten ein Zeugnis der Zeit ab. Nichts deutete daraufhin, dass genau dieser Tanz in Zukunft eine Weltreise antreten, die ganze Welt erobern und als einziger von UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt werden sollte.
Mit einem Bild (links) erinnert die Künstlerin Britta Vogel an diese "sündhafte" Zeit des Tango Argentinos, der getanzten Leidenschaft. An die Zeit, als "Darf ich bitten?" von Mann zu Mann gesprochen wurde.

Bild : Britta Vogel
Eitempera auf Papier
Aus der Reihe Traumlandschaften
www.brittavogel.de
Juli / 2011




[1] - Weitere Infos über Pantango unter www.pantango.de (1/2010)
[2] - Aktuelle Infos und Geschichte über Tangomarkkinat findet man unter www.tangomarkkinat.fi